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Aspekte des Imperialismus in der Außenpolitik der 18. Dynastie

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Christian Langer

Der Zeitraum der Untersuchung umfasst mit der 18. Dynastie den Beginn des altägyptischen Neuen Reiches. Behandelt wird die Frage, inwieweit wir das außenpolitische Handeln des altägyptischen Staates während des fraglichen Zeitraums als imperialistisch bezeichnen können. Unter Zuhilfenahme von Erkenntnissen aus Geschichts- und Politikwissenschaft entsteht in diesem Buch eine theoretische Grundlage, vor deren Hintergrund das Quellenmaterial analysiert wird. Die Ergebnisse zeigen, dass das Alte Ägypten im Verlauf der 18. Dynastie seine Nachbarn in Nubien und Vorderasien umfassend beeinflusste, um seine politischen Ziele zu erreichen. Beispiele sind etwa militärische Mittel wie Krieg und politische Mittel in Form des Einsetzens von Vasallen.

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7 Das Verhältnis der Ideologie zurAußenpolitik

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7 Das Verhältnis der Ideologie zur Außenpolitik Nachdem die wesentlichen Merkmale untersucht wurden, bleibt noch das Ver- hältnis der Ideologie zur Außenpolitik zu analysieren. Grundsätzlich handelt es sich bei einer Ideologie um ein umfassendes, in sich stimmiges Gedankenge- bäude mittels dessen eine soziale Gruppe die Welt erklärt505. Die Frage in Be- zug auf die 18. Dynastie lautet nun: Schlug sich die ägyptische Königsideolo- gie in irgendeiner Form in der praktizierten Außenpolitik nieder? Zunächst ist es notwendig, die Königsideologie in ihren Grundzügen darzustellen. Wie der Terminus „Königsideologie“ bereits erkennen lässt, ist der ägypti- sche König das Zentrum dieser Konzeption und vereint alle Staatsgewalt in seiner Person, auch wenn die Administration und der Kultvollzug de facto an Untergebene, Beamte respektive Priester, delegiert wurden506. Nichtsdestot- rotz war der König sowohl in kultischer als auch militärischer Beziehung dem Namen nach der einzige Akteur507. Diese exponierte Stellung beruhte auf der Ideologie, der König sei der Stellvertreter des Sonnengottes auf Erden508 und handle in dessen Auftrag mit göttlicher Macht, um den täglichen Lauf der Son- ne, das heißt die Existenz der Welt und damit des ägyptischen Staates, si- cherzustellen509. Diese Vorstellung ist dem Konzept der „Maat“, der göttlichen Weltordnung, immanent. Gemäß dieser Weltordnung ist die Welt kongruent mit dem dies- und jenseitigen Ägypten. Gegenstück der Maat ist die „Isfet“, das sie ständig bedrohende Chaos, das mit Unrecht und Gewalt510 einhergeht und beispielsweise...

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