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Übersetzungsfehler. Eine kritische Betrachtung aus der Sicht der anthropozentrischen Translatorik

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Martyna Szczyglowska

Die Arbeit stellt den Übersetzungsfehler in den Mittelpunkt der Betrachtung. Den Anlass dazu gab das Fehlen eines tiefgründigen translatorischen Bezugsrahmens. Die Problematik der Übersetzungsfehler wird aus der Sicht verschiedener translatorischer und linguistischer Ansätze untersucht. Ausschlaggebend für die durchgeführte Diskussion ist der Ansatz der anthropozentrischen Linguistik. Das Beschreiben von theoretischen Modellen geschieht aber nicht als Selbstzweck. Im Vordergrund der durchgeführten Auseinandersetzung mit dem Übersetzungsfehler steht stets die Übersetzungspraxis.

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5. Beispiele der Evaluation von Fachübersetzungen

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In diesem Kapitel sollen die vorangegangenen Überlegungen zum Überset- zungsfehler und zur Evaluation von Fachübersetzungen an einigen Beispielen konkretisiert werden. Als Vorlage dienen rechtsbezogene Texte. Da einer wissenschaftlich fundierten Übersetzungskritik von rechtsbezoge- nen Texten die Rechtsvergleichung zugrunde liegt, habe ich in dem Kapitel die- sen Aspekt in die Forschungsoptik aufgenommen. Das Heranziehen der Rechts- vergleichung ist durch die Produktivität dieser Methode nachvollziehbar, denn sie erlaubt, Äquivalente in zwei Rechtssystemen zu finden, bei der rechtstextbe- zogenen Übersetzungskritik eine Fehlleistung bzw. einen Fehler aufzudecken und dadurch die Qualität der Übersetzungsvorschläge der Rechtstexte zu bewer- ten. Als Methode kann sie also zur Verbesserung der Übersetzungsqualität bei- tragen. Die Methode hat bisher erfolgreich vermocht, statt Pauschalwerturteile wissenschaftlich fundierte Bewertung zu liefern und damit die Übersetzungskri- tik zu etablieren. Die Fehlleistungen im Bereich der Übersetzung von Rechtstexten sind oft auf Herabsetzung des Übersetzungsprozesses zu einer bloßen Substitution der Termini, auf unzureichende Kenntnisse der Rechtssysteme und mangelnde rechtssystematische Reflexionen sowohl auf der Makroebene als auch auf der Mikroebene zurückzuführen. Aus dem Grund muss die Methode der Rechtsver- gleichung herangezogen werden: „(…) genügt es nicht, Rechtstermini zu ‚über- setzen’, sondern es müssen über einen inhaltlichen Vergleich die entsprechenden Rechtstermini in der deutschen, d.h. bundesdeutschen (…) Rechtssprache ge- funden werden.“ P. Sandrini (1996: 197). Bei der Übersetzung der Rechtstexte muss die Tatsache berücksichtigt wer- den, dass Recht und Kultur zusammengehören. Dies manifestiert sich in der Be- obachtung, dass Rechtssysteme landesspezifisch sind: „Der Vielfalt der Kultu- ren entspricht die...

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