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Gloire à Dieu seul

Protestantismus in der französischen Prosaliteratur des 16. Jahrhunderts

Bianca Jarlan

Frankreich im 16. Jahrhundert: Die Frage nach dem rechten Glauben spaltet eine ganze Nation und führt zu blutigen Bürgerkriegen. Auch die Autoren in dieser theologisch-hermeneutischen Studie sehen sich mit ihr konfrontiert: Marguerite de Navarre, François Rabelais, Henri Estienne und Michel de Montaigne. Die Theologie ihrer Werke, Gegenstand jahrhundertelanger Spekulationen, ist das Thema der vorliegenden Untersuchung, die im Bereich der Literaturwissenschaft methodisches Neuland betritt. Die Arbeit beurteilt mit Hilfe fundamentaler protestantischer Glaubensinhalte und einschlägiger Traktate des 15. und 16. Jahrhunderts die genannten Autoren hinsichtlich ihrer Religiosität, geht konfessionellen Vorurteilen auf den Grund und gewährt differenzierte theologische und geschichtliche Einblicke.

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Vorwort

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Quis humanae vitae praecipuus est finis? Ut Deum, a quo conditi sunt homines, ipsi noverint. Der Beginn des Genfer Katechismus von 1545, genauso schlicht wie eindrucks- voll formuliert, bringt auf den Punkt, was die Protagonisten des bewegten 16. Jahrhunderts antrieb, als sie bahnbrechende Veränderungen ins Rollen brachten und bereit waren, für diese notfalls auch ihr Leben zu riskieren: Gottes Willen ergründen, um das eigene Leben danach auszurichten und ihm dadurch die Ehre zu erweisen, die ihm allein gebührt. Die Autoren, die in dieser Dissertations- schrift zu Wort kommen, sahen in der Erkenntnis Gottes und seiner Schöpfung ihr Lebensziel und verfolgten dieses auf unterschiedliche Art und Weise: durch vertieftes Bibelstudium, den Dienst in der Kirche, eine gewissenhafte Lebens- und Glaubenspraxis, die aktive Teilnahme am Gemeindeleben, eine stille, priva- te Frömmigkeit, das bescheidene Akzeptieren der eigenen Grenzen – und durch Schreiben. Ihre Werke sind durchdrungen von Glaubensüberzeugungen und Zeiteindrücken, die so weit zurück in die Geschichte reichen und doch gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit aller Macht wieder ins Bewusstsein rücken: Alle Ereignisse und Folgeerscheinungen der Reformation in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern, einschließlich die tragischen in Form von blutigen Religionskriegen, jähren sich im postmodernen 21. Jahrhun- dert zum 500. Mal. Erinnerung vor dem Hintergrund des Reformationsjubiläums war ein Grund, sich im Rahmen einer Dissertation mit dem sonst wenig beachte- ten 16. Jahrhundert zu beschäftigen. Ein anderer war der Wunsch nach einem etwas bewussteren Blick auf...

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