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Gloire à Dieu seul

Protestantismus in der französischen Prosaliteratur des 16. Jahrhunderts

Bianca Jarlan

Frankreich im 16. Jahrhundert: Die Frage nach dem rechten Glauben spaltet eine ganze Nation und führt zu blutigen Bürgerkriegen. Auch die Autoren in dieser theologisch-hermeneutischen Studie sehen sich mit ihr konfrontiert: Marguerite de Navarre, François Rabelais, Henri Estienne und Michel de Montaigne. Die Theologie ihrer Werke, Gegenstand jahrhundertelanger Spekulationen, ist das Thema der vorliegenden Untersuchung, die im Bereich der Literaturwissenschaft methodisches Neuland betritt. Die Arbeit beurteilt mit Hilfe fundamentaler protestantischer Glaubensinhalte und einschlägiger Traktate des 15. und 16. Jahrhunderts die genannten Autoren hinsichtlich ihrer Religiosität, geht konfessionellen Vorurteilen auf den Grund und gewährt differenzierte theologische und geschichtliche Einblicke.

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5 Estiennes Apologie pour Hérodote: unerschöpflicher Born protestantischenErzählguts

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5 Estiennes Apologie pour Hérodote: unerschöpflicher Born protestantischen Erzählguts1256 Henri II. Estienne (1531-1598) entstammte der einflussreichen Pariser Drucker-, Verleger- und Humanistenfamilie Estienne. Die Familie war außerdem mit den eminentesten Druckerpersönlichkeiten des 15. und 16. Jahrhunderts verwandt: Robert Estiennes Vater war Henri I Estienne, der die Verlegertradition für die Familie Estienne begründet hatte; sein Stiefvater war Simon de Colines; Robert Estienne nahm eine Tochter des hoch gelehrten Drucker-Verlegers Iodocus Badius Ascensius (Josse Bade) zur Frau, Perette, deren Mutter Thalia wiederum verwandtschaftliche Beziehungen zum Lyoner Drucker Johann Trechsel hatte: Sie war seine Tochter.1257 Das finanzielle Erbe Henri Estiennes mütterlicherseits, auf das er durch die spätere Flucht nach Genf verzichten musste, ist jedenfalls beträchtlich gewesen. Hinzu kommt das Prestige, das die Familie Estienne ge- noss: Sie verlegten wesentliche Werke aus Antike und Neuzeit in hoher Druckerqualität, beteiligten sich selbst an den humanistischen Aktivitäten des Sammelns und Editierens, legten innerhalb der Familie großen Wert auf die hu- manistische Bildung und Erziehung der Kinder, verkehrten durch ihr königliches Privileg sogar bei Hofe und hatten durch ihre Geschäftsreisen die entsprechen- den Kontakte zum Netz der Humanisten und Gelehrten Europas. Wenn man also bei jemandem tiefe Einblicke in die Gesellschaft und den Wissensstand des 16. Jahrhunderts erwarten kann, dann bei einem Spross der Familie Estienne, dazu noch bei einem so hoffnungsvollen und talentierten wie Henri II Estienne, dem Universalerben. Über die Religiosität Estiennes besteht Zweifelsfreiheit: Er war als Bürger Genfs...

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