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Don Juan Tenorio

Zur Vorgeschichte des Don Juan-Stoffes in der europäischen Volksüberlieferung

Leander Petzoldt

Einer der großen Stoffe der Weltliteratur wird hier zu seinen Ursprüngen zurückverfolgt. Die Spannweite reicht vom archaischen Totenkult über christliche Exegese im barocken Predigtexempel bis hin zu da Ponte/Mozarts Don Giovanni. Dabei wird deutlich, wie sich der Stoff verschiedenen Gattungen anverwandelt und sich unterschiedlicher Medien bedient. Breiten Raum nehmen dabei einschlägige Glaubensvorstellungen und Volkserzählungen vom Steinernen Gast und vom Beleidigten Totenschädel, die tendenziös theologisch-politischen Bearbeitungen des Stoffes im Jesuitendrama (Leontius) und seine Trivialisierung im Puppenspiel und Volksschauspiel ein. Der Autor stellt Quellenmaterial aus über zwanzig Ethnien zu Verfügung, das in dieser Vollständigkeit bisher einmalig ist.

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Teil VI: Die Texte und Varianten der mündlichen Überlieferung

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Um den Rahmen dieses Bandes nicht zu sprengen, wurden nur die wichtigsten Varianten oder solche, die schwer zugänglich bzw. bisher unveröffentlicht sind, zum Abdruck gebracht. Diese Varianten sind entweder in der Originalfassung (a) oder in Kurzfassung (b) wiedergegeben. Dank des Entgegenkommens einiger Forscher und Volkskundearchive können in dieser Arbeit 83 bisher unveröffentlichte Sagen gebracht werden. Es sind die Varianten: CI 4 – 17; CS 4; CB 11; GG 7– 19, 21, 22– 26, 28, 29, 32, 37, 41, 44, 45, 52, 63, 68; GN 2, 3; GS 1, 3; FE 1– 7, 10; FF 1– 15; SS 8 – 12, 20 – 22, 24, 25; AM 1. Soweit es möglich war, wurden bei den mündlichen Varianten sämtliche Werke angegeben, in denen sie abgedruckt sind, auch wenn es sich um ausge- wählte Nachdrucke aus älteren Sammlungen handelt. Die Anordnung der Texte folgt dem Verzeichnis der Siglen. I. Kelten Iren CI 1 Renvyle, Galway. Erz.: M. Faherty. Larminie,1898, S. 31. Ein Mann kommt von einer Beerdigung und findet einen Totenschädel auf der Strasse. Er legt ihn in den Friedhof. Beim Weitergehen trifft er einen Unbekann- ten, der sagt, er sei der Schädel gewesen und er habe sich dorthin gelegt, um zu sehen, was geschehe. Der Mann lädt den Unbekannten (= Toten) zum Essen zu sich; sie spielen Karten zusammen, und der Unbekannte übernachtet auch bei ihm. Am nächsten Morgen nimmt der Unbekannte ihn mit auf den Friedhof. Sie steigen in ein Grab und...

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