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Otfried Preußler – Werk und Wirkung

Von der Poetik des Kleinen zum multimedialen Großprojekt

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Edited By Ernst Seibert and Katerina Kovackova

Mit den elf Beiträgen zu Otfried Preußler, die auf eine Tagung mit deutscher, österreichischer und tschechischer Beteiligung zurück gehen, werden seine Werke in neue interpretatorische Zusammenhänge gestellt. Eingeleitet durch ein Autoren-Portrait, das das Schaffen Preußlers im Rahmen der weitgefächerten Diskussion um den Begriff Mitteleuropa erörtert, werden biographische, historische, motivgeschichtliche und mediale Aspekte behandelt. Es zeigt sich bei diesem Autor so anschaulich wie bei kaum einem anderen, dass er volksliterarische Motive frei und kunstvoll literarisch umzuwandeln versteht, dass sie eine Allgemeingültigkeit erlangen, die über Länder, Nationen und Kontinente hinweg verstanden und nicht nur vom kindlichen Lesepublikum überall auf der Welt dankbar angenommen wird.

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EINLEITUNG

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21 Otfried Preußler – Skizzen zu einem mitteleuropäischen Porträt1 WALTER SCHMITZ (DEUTSCHLAND) I. ‚Groß’ und ‚klein’ Am Grunde der Moldau wandern die Steine. Es liegen drei Kaiser begraben in Prag. Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.2 Von Bertolt Brecht, der diese Verse im Jahre 1943 schrieb, bis zu Otfried Preußler scheint es ein weiter Weg zu sein. Eine Verbin- dung aber, die vielleicht überraschend anmuten mag, zeigt sich doch sogleich. Denn Preußlers Ruhm beruht ja zunächst einmal auf drei Büchern, deren Titelfiguren eines gemeinsam haben, und 1 Der hier abgedruckte Text geht auf einen Vortrag zurück, den ich am 12.6.2009 zur Eröffnung des Wissenschaftlichen Symposiums „Hot- zenplotz aus Osoblaha. Die böhmische Thematik im Werk Otfried Preußlers“ an der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad La- bem gehalten habe. Die Vortragsform wurde beibehalten. Die notwen- digen Anmerkungen wurden hinzugefügt, und wo es notwendig schien, wurde auch seither erschienene Literatur eingearbeitet, ohne daß ein vollständiger Überblick angestrebt wäre. Der Text wurde zuerst in brü- cken. Germanistisches Jahrbuch Tschechien – Slowakei. Neue Folge 20 (2012), S. 281-311 veröffentlicht. Ich danke dem Herausgeber Steffen Höhne für die Erlaubnis für diesen Nachdruck. 2 Brecht 1967, 1968; vgl. hier auch Schmitz u.a. 1997, 140. 22 zwar das Attribut ‚klein’: Der kleine Wassermann (1956), Die kleine Hexe (1957), Das kleine Gespenst (1966). Und...

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