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Otfried Preußler – Werk und Wirkung

Von der Poetik des Kleinen zum multimedialen Großprojekt

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Edited By Ernst Seibert and Katerina Kovackova

Mit den elf Beiträgen zu Otfried Preußler, die auf eine Tagung mit deutscher, österreichischer und tschechischer Beteiligung zurück gehen, werden seine Werke in neue interpretatorische Zusammenhänge gestellt. Eingeleitet durch ein Autoren-Portrait, das das Schaffen Preußlers im Rahmen der weitgefächerten Diskussion um den Begriff Mitteleuropa erörtert, werden biographische, historische, motivgeschichtliche und mediale Aspekte behandelt. Es zeigt sich bei diesem Autor so anschaulich wie bei kaum einem anderen, dass er volksliterarische Motive frei und kunstvoll literarisch umzuwandeln versteht, dass sie eine Allgemeingültigkeit erlangen, die über Länder, Nationen und Kontinente hinweg verstanden und nicht nur vom kindlichen Lesepublikum überall auf der Welt dankbar angenommen wird.

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I. ZUR BIOGRAPHIE

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75 Literarische Einflüsse und Vorbilder: Die Jugendzeitschrift Österreichs Deutsche Jugend und Deutsche Jugend 1884-1938 HEINRICH PLETICHA (†) (DEUTSCHLAND) Wer mit Otfried Preußler über seine Jugendlektüre spricht und sich nach Büchern erkundigt, die ihn in Kindheit und Jugend be- einflusst oder sogar geprägt haben, wird mit Sicherheit von der Kinder- und Jugendzeitschrift Deutsche Jugend hören. Preußlers Vater Josef Syrowatka-Preußler leitete sie als Herausgeber von 1925 bis 1938, die Mutter las die Korrekturen und betreute die Leserbriefe, Einflüsse durch Begegnungen und Gespräche sowie durch persönliche Lektüre konnten dabei nicht ausbleiben. Die Zeitschrift selbst erschien bereits seit 1884 bis zum Ende des Ers- ten Weltkriegs unter dem Titel Österreichs Deutsche Jugend und entwickelte sich zu einem wichtigen literarpädagogischen Instru- ment an den deutschen Schulen Böhmens und Mährens. Ihr Vor- bild war nach Name, Format und inhaltlichem Aufbau unverkenn- bar die von Julius Lohmeyer1 von 1872 bis 1893 herausgegebene Jugendzeitschrift Deutsche Jugend2. Karl Hobrecker urteilte über diese: „Die Deutsche Jugend war das Bedeutendste, das in allen Zeiten für Kinder geleistet wurde.“3 Auch wenn man diesem Ur- teil nicht uneingeschränkt zustimmen mag, so darf doch der lite- 1 1834-1903. 2 1872-1884 bei Alphons Dürr Leipzig; 1885-1893 bei Leonhard Simon Berlin; Vgl. dazu: Göbels. H.: Zeitschriften für die deutsche Jugend. Dortmund 1986, S.122 ff. 3 Hobrecker, K.: Alte vergessene Kinderbücher. Berlin 1924, S.124. 76 rarpädagogische Wert der Zeitschrift hoch angesetzt werden. Sie spiegelt das...

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