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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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II. Annettes Kindheit, Erziehung und Entwicklung

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Annette von Droste-Hülshoff, eigentlich Anna Elisabeth von Droste, ist am 10. Januar 1797 auf dem Stammsitz der Familie, dem Familiengut Hülshoff, einer alten Wasserburg im Kreis Roxel bei Münster in Westfalen, einer für diese Ge- gend typischen Wasserburg, als ein sehr schwaches Kind über einen Monat zu früh geboren. Gestorben ist sie am 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem dortigen Friedhof. Sie entstammt väterlicherseits einem alteingesessenen westfälischen, Müns- terschen Adelsgeschlecht, das nach dem Jahre 1000 im Münsterland nachweis- bar ist. Das Geschlecht führt als Wappenbild einen fliegenden Fisch. Mütterli- cherseits entstammt Droste dem Geschlecht von Haxthausen aus dem zum Hochstift Paderborn gehörenden Bökendorf. Beide Familien waren seit langem eingewurzelt in der aristokratisch-katholischen Kultur Westfalens. Der Vater Clemens August von Droste (1760-1826) gehörte einer sehr hoch angesehenen Familie des Münsterlandes an, deren Wurzeln ins 13. Jahrhundert zurück reichen. Mit ihm „teilte sie die Geheimnisse schon als Kind [...] und die Liebe zur Musik. Von da führte ihr erster Ausflug in den künftigen Beruf als Dichterin: das Volkslied“. (Gundolf, Annette, 1931, S. 14) Annette entwickelt über ihren Vater in dem Romanfragment „Bei uns zu Lande auf dem Lande“ ein weitgehend lebenswahres und einfaches Porträt und stellt ihn dort in Gestalt eines fiktiven Vetters aus der Lausitz als eine „kindlich-naive“ Person dar, die sich we- niger für Haushaltsfinanzen interessierte, als sich vor allem mit alter Geschichte...

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