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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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VII. Konzert- und Opernbesuche

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Das Jahr 1817 und die folgenden brachten zahlreiche Konzertbesuche der Dros- te. Im März 1817 wohnte Annette der Aufführung von Haydns „Die Schöpfung“ bei, dann besuchte sie die Oper „Cendrillon“ in Münster, die sie zu Weihnachten als Geschenk bekommen hat, Mozarts „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“. (Vgl.: Gödden, Tag, 1996, S. 51ff) Es entstehen Text und Komposition von An- nettes „Der Venuswagen“ („Ein Rosenblatt vom Busenstrauß, Fällt vor der Grä- fin Schuh“). Dieses Gedicht setzt sich aus 17 achtzeiligen Strophen zusammen. Annette ging oft in die Oper. „Im „Freischütz“ war sie 1823 gleich dreimal. Und keineswegs beschränkte sich ihr Interesse auf das Repertoire des münsteri- schen Theaters; aus gedruckten Klavierauszügen oder eigenhändigen Abschrif- ten von Arien hatte sie Mozarts ‚Don Juan‘ kennengelernt, von Carl Maria von Weber ‚Abu Hassan‘ und ‚Oberon‘, Opern von Gaspro Spontini und Vincento Righoni, dazu Modestücke wie Ferdinand Kauers ‚Donauweibchen‘“. (Kraft, Annette, 1998, S. 63) Kansteiner schreibt, dass die Zeit, in der Annette geboren worden und auf- gewachsen sei, durch große politische Veränderungen in Deutschland und Euro- pa gekennzeichnet gewesen sei. Das musikalische Leben in Münster mit seiner näheren und weiteren Umgebung habe darunter offensichtlich verhältnismäßig wenig gelitten. Zwar suche man vergebens nach großen Namen, die die Musik- kultur unmittelbar geprägt hätten, die Uraufführungen von bedeutenden Kom- ponisten dieser Zeit hätten hauptsächlich in Wien und anderen Musikzentren stattgefunden, aber es...

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