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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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VIII. Anfänge einer Krankheit

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Die zwanzigjährige Annette wird mehr und mehr krank. In einem Brief aus Hülshoff, geschrieben Ende Februar 1816 an Anton Mathias Sprickmann (1749- 1833) in Breslau, den ersten literarischen Mentor der Droste, mit dem die junge Dichterin ihre ersten literarischen Versuche besprochen hat, der am 11. Septem- ber 1814 Münster verließ und einem Ruf an die Universität Breslau auf einen Lehrstuhl der Jurisprudenz folgte, berichtet die neunzehnjährige Dichterin und Komponistin über ihren miserablen Gesundheitszustand, der sie an der schöpfe- rischen Arbeit wesentlich hindere: „Daß ich ihren, mir so theuren Brief, nicht eher beantwortet habe, mein lieber einziger Sprickmann, daran ist gewiß mein für sie so warmes Herz nicht schuld, sondern nur mein schwacher miserabler Körper, der mir bis jetzt sogar die kleine angenehme Anstrengung eines freund- lichen Briefwechsels untersagte, ich würde indessen schon weit eher wieder hergestellt worden seyn, wenn ich die Kur des vollkommnen Müßiggangs recht regelmäßig durchgehalten hätte. [...] Lesen durfte ich auch nicht recht. [...] Lan- geweile ist ausgemacht die schmerzlichste Art von Anstrengung, und gewiß auch die schädlichste, ich weiß also nicht, was meine Genesung mehr verzögert hat“. (Woesler, HKA, Bd. VIII, 1 S. 9) In demselben Brief schickte Annette dem hochverehrten Professor Sprickmann das Gedicht „Unruhe“. Sprickmann selber war ein bekannter Schriftsteller und Dichter, befreundet mit Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Heinrich Voß, Heinrich Christian Boie. Sein Drama „Eulalia“ war in jener Zeit eine „Sensation in der Lesewelt und wurde zu den besten Stücken...

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