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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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XIV. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff vertont ihre eigenen Gedichte Der Venuswagen, Am Grünendonnerstage und Der weiße Aar

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Annette von Droste-Hülshoff hat drei ihrer eigenen Gedichte vertont: Der Ve- nuswagen, Am Grünendonnerstage und Der kranke Aar. Die übrigen Vertonun- gen sind solche von Texten fremder Autoren. In dem vorliegenden Kapitel kon- zentriert sich der Autor auf das Hervorheben derjenigen rhythmischen, stilisti- schen und klanglichen Mittel, die Annette von Droste-Hülshoff in den genann- ten Gedichten und ihren Vertonungen bevorzugte. Es gibt bestimmte musikali- sche Strukturen, die sich in die Dichtung transponieren lassen und umgekehrt, manche sprachlichen Strukturen beeinflussen wesentlich die Vertonung des Ge- dichtes. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten Rhyth- mus-, Inhalts- und Musikstrukturen auf die Spur zu kommen. Diese Überlegun- gen gehören in den Bereich des Wort-Ton-Verhältnisses. In den letzten Jahren beobachtet man ein steigendes Interesse der Literatur- historiker und Musikwissenschaftler an dem Werk Drostes als Lyrikerin und Komponistin. Zu diesem zunehmenden Interesse für die wachsende Rezeption ihres Werkes hat die Herausgabe der Historisch-kritischen Ausgabe ihrer Werke durch Winfried Woesler entscheidend beigetragen. Dieses monumentale Opus von 25 Bänden bildet die Grundlage für meine Überlegungen und Analysen, insbesondere die Bände XIII.1 und XIII.2. Wenn man über das poetische Werk Drostes spricht, so ist man nicht ge- wöhnt, ihre Gedichte als „musikalisch“ zu bezeichnen. Man rühmt nicht die Mu- sik in ihren Versen, wie es in den Versen z. B. von Eichendorff, Mörike oder Heine der Fall ist. Das ist umso interessanter, als Droste Musikerin war und selbst komponierte. Das Wort „musikalisch“ versteht man,...

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