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Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff als Komponistin

Zum Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk

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Lech Kolago

Trotz der umfangreichen Spezialliteratur, die in den letzten 160 Jahren über das Werk der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff entstanden ist, findet man eher wenige Titel die ihre Verskunst und ihre Kompositionen sowie ihre Vertonungen von Gedichten behandeln und die sich mit dem Wort-Ton-Verhältnis in ihrem lyrisch-musikalischen Werk befassen. Man lobt eher ihre Prosawerke, gern zitiert man ihre Balladen. Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass sie komponierte und dass sie eine Komponistin von 70 Liedern für Gesang mit Klavierbegleitung und Gesängen ist. Ihre vier Opern: Babylon, Der blaue Cherub, Der Galeerensklave und Der Wiedertäufer wurden leider nicht vollendet. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf das Hervorheben der metrischen, rhythmischen, stilistischen und klanglichen Mittel, die die Dichterin und Komponistin in ihrem lyrisch-musikalischen Werk bevorzugte. Die kompositorischen und poetischen Mittel der Werke der Droste sind nicht neu. Es soll daher versucht werden, der Verbindung von bestimmten rhythmischen, kompositorischen, lyrischen, inhaltlichen Strukturen, die den typischen Stil der westfälischen Dichterin und Komponistin prägen, auf die Spur zu kommen.

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XVIII. Das Lochamer-Liederbuch in der Bearbeitung für eine Singstimme und Klavier

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Das Lochamer-Liederbuch wird eine Handschrift genannt, die sich in der Staatsbibliothek Berlin befindet, und um die Mitte des 15. Jahrhunderts höchst- wahrscheinlich in Nürnberg von einigen Musikern geschrieben wurde. Ihr Inhalt, „mit schwarzer und roter Tinte in modaler, andeutend mensuraler und streng durchgeführter Mensural-Notation eingetragen, besteht aus 46 Liedern, wovon zwei in zweistimmigen und sieben in dreistimmigen Sätzen vorliegen. Eine Nummer ist textlos, eine Chanson ist niederländischer Herkunft; drei Kontrafakta sind lateinisch textiert. Fast die Hälfte der Lieder des Lochamer-Liederbuches ist nur aus dieser Quelle bekannt. Außer drei Fronleichnamsgesängen und einem Tischsegen finden sich textlich nur wenig differenzierte Liebes- und Tanzlieder bzw. Instrumentalbearbeitungen vorgegebener Liedtenors, die als Teil geselliger Hausmusik in Kreisen gebildeter Bürger seit dem Ende des 14. Jahrhunderts über- liefert sind“. (MGG, 1989, Bd. 8, S. 1080) Das Lochamer-Liederbuch umgreife als erste umfangreichere deutsche Liedquelle im 15. Jahrhundert wie ein Sam- melbecken das Repertoire von zwei Generationen; es sei deswegen von zentraler musikgeschichtlicher Bedeutung. Das derb-sinnliche Reigenlied alter Herkunft, fährt Salmen fort, (z.B. Ich spring an disem ringe) nebst grobianischen Randglos- sen stehe hierin neben zart verhaltenen Liebesliedern von volksliedhafter Schlichtheit (z.B. All mein gedencken dy ich hab). Nur einstimmig singbare Wei- sen gebe es, bunt gemischt unter „Tenores“ verschiedener Stilschichten. „Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde das Lochamer-Liederbuch als Quelle für ver- meintliche Volkslieder oder „Lieder der Minne“ von vielen Komponisten durch zum Teil romantisierende Bearbeitung einzelner Lieder populär gemacht. Die Dichterin Annette von...

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