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Das Weisungs- und Disziplinarrecht im Hochschulwesen in Deutschland und Thailand

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Torpong Kittiyanupong

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit im Beamtenverhältnis des Hochschullehrers. Art. 5 Abs. 3 des deutschen Grundgesetzes und Art. 50 der thailändischen Verfassung, die das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit gewährleisten, finden in beiden Rechtsordnungen unterschiedliche Anwendung. Die beamtenrechtlichen Regelungen über das Weisungs- und Disziplinarrecht im Hochschulwesen in beiden Rechtsordnungen können das Problem der Anwendungsfindung des Grundrechts der Wissenschaftsfreiheit gut darstellen. Die Lösungsansätze dieses Problems in beiden Rechtsordnungen sind rechtsvergleichend angelegt.

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Teil C. Das Weisungsrecht im Hochschulwesen in Deutschland und Thailand

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I. Das Weisungsrecht im deutschen Hochschulwesen 1. Die Problemstellung und der Stand der Diskussion im Schrifttum Das Problem des Weisungsrechts im Hochschulwesen ist noch bis heute ein ak- tuelles in der wissenschaftlichen Diskussion. Es wird allgemein anerkannt, dass die wissenschaftliche Arbeit sich nicht nach Maßgabe rechtlicher Vorgaben her- vorbringen lässt1, sondern unter eigener Initiative und Kreativität des Wissen- schaftlers.2 Die rechtliche Vorgabe und die Weisung des Vorgesetzten sind deshalb im wissenschaftlichen Prozess der Eigeninitiative des Wissenschaftlers irrelevant.3 Grundsätzlich ist die Rolle der Hochschulleitung gegenüber der „Gemeinschaft der Gelehrten“ nur auf Koordinierung und Abstimmung be- schränkt4, da „Profis“, wie die Hochschullehrer, sich nicht voll in die Hierarchie der Verwaltung eingliedern und damit auch nur beschränkt steuern und kontrol- lieren lassen können.5 Dieser Grundsatz ist durch das Grundrecht der Wissen- schaftsfreiheit des Art. 5 Abs. 3 GG geprägt und gewährleistet, dass Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind. Was als freie wissenschaftliche Forschung und Lehre zu verstehen ist, ist bereits durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts6 und die gesetzlichen Regelungen7 konzipiert. Die 1 Vgl. Trute, Die Verwaltung 27 (1994), 301, 305; Groß, Wissenschaftsadäquates Wis- senschaftsrecht, WissR 35 (2002), 313, 325; Hirsch, in: Westdeutschen Rektorenkonfe- renz, Hochschulautonomie – Privileg und Verpflichtung, 31, 36. 2 Vgl. Schmidt-Assmann, FS Thieme (1993), 697, 697. 3 Vgl. Evers, WissR, Beiheft 4 (1970), 41, 41. 4 Von Coelln, Das Binnenrecht der Hochschule, in: HSchR-Praxishandbuch (2011), 283, 297. 5 U. Karpen, in: Hailbronner/Geis, Hochschulrecht in Bund und Ländern-Kommentar,...

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