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Gehen oder leiden … und wer war jetzt schuld?

Attributionen in konflikthaften Partnerschaften im Vergleich zu beendeten Partnerschaften

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Kerstin Zühlke-Kluthke

Woran liegt es aus der Sicht selbst Betroffener, dass bei langjährig zusammenlebenden Paaren die einen sich trennen, die anderen konflikthaft zusammenleben? Auf der Basis problemzentrierter Einzelinterviews mit jeweils beiden Partnern werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attributionsfunktionen ermittelt. Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei konflikthaften Paaren und getrennten Paaren gefunden. Methodisch interessant wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gekoppelt mit attributionstheoretischer Auswertung vor dem Hintergrund einer interpretativen Auswertung der Lebens- und Partnergeschichten. Es werden 12 Schwerpunkt-Themenfelder gefunden und Asymmetrien und Signalthemen für Trennung identifiziert. Ein Attributionsverhalten, was überwiegend an den Anderen zuschreibt, kann als Indikator für den Zufriedenheitsgrad von Partnerschaft und damit als ein wesentlicher Prädiktionsfaktor von Trennung ermittelt werden.

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Vorwort

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Nur weniger als zehn Prozent der Partner können sich zum Zeitpunkt der Ehe- schließung vorstellen, dass ihre Partnerschaft enden könnte. Doch wird etwa je- de dritte Ehe in Deutschland geschieden – meist bereits fünf bis sechs Jahre nach der Eheschließung. Die Gründe für das Scheitern der Beziehungen sind vielfältig. In der vorlie- genden Arbeit geht es um die Ermittlung von Ursachenzuschreibungen (Kausal- attributionen), die einzelne Partner bereithalten, um zu erklären, warum ihre Be- ziehung krisenhaft ist oder beendet wurde. Dieses Konzept der Attribution, von Fritz Heider in den vierziger Jahren eingeführt, hat sich in vieler Hinsicht be- währt, so in der Grundlagenforschung, aber z.B. auch in der Pädagogischen Psy- chologie und der Gesundheitspsychologie. Methodisch ist die Untersuchung so aufwändig wie reizvoll. Partner wurden getrennt voneinander einzeln ausführlich befragt. Die Gespräche wurden tran- skribiert und ausgewertet. Die besondere Qualität der Befragung bzw. Ge- sprächsführung durch die Verfasserin lässt sich an dem beispielhaft einbezoge- nen Gespräch mit „Joachim Bergheim“ und „Renate Bergheim“ und an den zahlreichen Kurzzitaten aus allen Interviews in der Arbeit gut erkennen. Dann werden in einem weiteren Schritt die Inhalte der Gespräche kategorisiert, wobei gegenüber der früheren Untersuchung der Verfasserin nunmehr ein Vierer- Raster der Lokationen statt eines Zweier-Rasters verwendet wird. Diese frühere Untersuchung (Zühlke-Kluthke, 2002), über die seinerzeit auch in der Fachpres- se positiv berichtet wurde, wird hier auch insofern erweitert, dass nun zwei...

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