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Gehen oder leiden … und wer war jetzt schuld?

Attributionen in konflikthaften Partnerschaften im Vergleich zu beendeten Partnerschaften

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Kerstin Zühlke-Kluthke

Woran liegt es aus der Sicht selbst Betroffener, dass bei langjährig zusammenlebenden Paaren die einen sich trennen, die anderen konflikthaft zusammenleben? Auf der Basis problemzentrierter Einzelinterviews mit jeweils beiden Partnern werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attributionsfunktionen ermittelt. Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei konflikthaften Paaren und getrennten Paaren gefunden. Methodisch interessant wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gekoppelt mit attributionstheoretischer Auswertung vor dem Hintergrund einer interpretativen Auswertung der Lebens- und Partnergeschichten. Es werden 12 Schwerpunkt-Themenfelder gefunden und Asymmetrien und Signalthemen für Trennung identifiziert. Ein Attributionsverhalten, was überwiegend an den Anderen zuschreibt, kann als Indikator für den Zufriedenheitsgrad von Partnerschaft und damit als ein wesentlicher Prädiktionsfaktor von Trennung ermittelt werden.

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6. Untersuchungsergebnisse

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6.1 Attributionsinhalte Die Mehrzahl der Interviewten geben Ursachen aus vielen Themenfeldern an. Sie nehmen unterschiedliche trennungsverursachende/konfliktverursachende Bedingungen wahr und argumentieren multikausal. Die Interviewten beider be- fragten Gruppen sprechen folgende 26 Themenfelder mit unterschiedlichen Schwerpunkten an: (veränderte) Persönlichkeit/(verändertes) Sozialverhalten des Partners, Kind(er) und Familienplanung, Kommunikation/Konfliktverhalten, Untreue/Eifersucht/Dritte als Fluchthelfer, Sexualität, Einflüsse der Vorgeneration/biografische Belastungen, Freunde/Bekannte, (Frei)zeit, (veränderte) eigene Persönlichkeit/(verändertes) eigenes Sozialverhalten, Beruf, Rolle, Gemeinsamkeiten, Finanzen, besondere Lebensereignisse, Ungleichgewicht der Liebe, Ordnung, Alkohol/Drogen, Gewalt, Einfluss Dritter, Wohnen, Œ% ›ˆ –, Macht, Unpünktlichkeit, Unähnlichkeit, Stress, Aufgeben von Hobbies/Träumen. Die zwei Themenfelder, die von allen Paaren beider Gruppen von beiden Part- nern als Trennungs-bzw. Konfliktursache angegeben werden, sind: (veränderte) Persönlichkeit/(verändertes) Sozialverhalten des Partners, 138 Kind(er) und Familienplanung. Die vier Themenfelder, die von allen Paaren beider Gruppen von mindestens einem der beiden Partner als Trennungs- bzw. Konfliktursache angegeben wer- den, sind: (veränderte) Persönlichkeit/(verändertes) Sozialverhalten des Partners, Kind(er) und Familienplanung, Kommunikation/ Konfliktverhalten, Einflüsse der Vorgeneration/biografische Vorbelastungen. Die 12 meistgenannten Themenfelder von den Einzelnen „ unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit „ werden im Folgenden näher dargestellt und mit Origi- nalzitaten aus den Interviews belegt. 6.1.1 (Veränd.) Persönlichkeit/(veränd. Sozialverhalten des Partners In allen Interviews beider Gruppen nennen beide Partner Kausalattributionen, die sich auf Eigenschaften im Sinne von Persönlichkeitsmerkmalen oder Verhal- ten der Partnerin oder des Partners beziehen. Dabei wirkt die Kritik an dem was jemand ist zerstörerischer als die...

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