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Gehen oder leiden … und wer war jetzt schuld?

Attributionen in konflikthaften Partnerschaften im Vergleich zu beendeten Partnerschaften

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Kerstin Zühlke-Kluthke

Woran liegt es aus der Sicht selbst Betroffener, dass bei langjährig zusammenlebenden Paaren die einen sich trennen, die anderen konflikthaft zusammenleben? Auf der Basis problemzentrierter Einzelinterviews mit jeweils beiden Partnern werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attributionsfunktionen ermittelt. Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei konflikthaften Paaren und getrennten Paaren gefunden. Methodisch interessant wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gekoppelt mit attributionstheoretischer Auswertung vor dem Hintergrund einer interpretativen Auswertung der Lebens- und Partnergeschichten. Es werden 12 Schwerpunkt-Themenfelder gefunden und Asymmetrien und Signalthemen für Trennung identifiziert. Ein Attributionsverhalten, was überwiegend an den Anderen zuschreibt, kann als Indikator für den Zufriedenheitsgrad von Partnerschaft und damit als ein wesentlicher Prädiktionsfaktor von Trennung ermittelt werden.

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7. Längsschnittuntersuchung durch telefonische Nachbefragung der konflikthaften Paare

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Der Hauptbefund der vorliegenden Arbeit liegt nach Darstellung der Ergebnisse in der eher überraschenden Erkenntnis, dass nach dem Vergleich der beiden Gruppen der konflikthaften Paare und der getrennten Paare starke Ähnlichkeiten vorliegen. Es werden wie beschrieben ähnliche Attributionsinhalte genannt, es können ähnliche Attributionsfunktionen ermittelt werden und es wird ein sehr ähnliches Attributionsverhalten nachgewiesen. Hier liegt in beiden Gruppen (al- lerdings nur im Gesamtgruppenvergleich!) sogar eine identische Rangfolge des Zuschreibungsverhaltens vor: zunächst wird an den Anderen zugeschrieben, dann wird an externale Ursachen zuschrieben, gefolgt von interaktionalen Zuschreibungen an die Paarinteraktion und zuletzt internal an die eigene Person. Es stellt sich die Frage, ob diese Zuschreibungsrangfolge„speziell die überwie- gende Zuschreibung an den Anderen„ ein Indiz für die Prädiktion von Trennung sein kann. Im Rahmen der differenzierten Paarauswertungen innerhalb der Gruppe der konflikthaften Paare schreiben die Partner der Paare 10, 14 und 16 jeweils an den Anderen am stärksten zu (siehe Anlage 14: Attributionsverhalten der kon- flikthaften Paare 9„16. Das herausragende Attributionsverhalten der Paare 10, 14 und 16 ist grau hinterlegt). Damit zeigen diese drei Paare der Gruppe der Konflikthaften ein Attribu- tionsverhalten, das exakt dem der Gruppe der getrennten Paare entspricht und nicht dem erwarteten gemischten Attributionsverhalten der konflikthaften Grup- pe bei Einzelpaarbetrachtung. Über die gezeigten Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Gruppen hinaus, veranlasst dieser Befund daher zu einer Längsschnittuntersuchung der Stichpro- be durch eine telefonische Nachbefragung. Hier soll der Stand der Partnerschaft der konflikthaften Paare nach Ablauf von inzwischen 10 Jahren ermittelt wer- den....

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