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Gehen oder leiden … und wer war jetzt schuld?

Attributionen in konflikthaften Partnerschaften im Vergleich zu beendeten Partnerschaften

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Kerstin Zühlke-Kluthke

Woran liegt es aus der Sicht selbst Betroffener, dass bei langjährig zusammenlebenden Paaren die einen sich trennen, die anderen konflikthaft zusammenleben? Auf der Basis problemzentrierter Einzelinterviews mit jeweils beiden Partnern werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attributionsfunktionen ermittelt. Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei konflikthaften Paaren und getrennten Paaren gefunden. Methodisch interessant wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gekoppelt mit attributionstheoretischer Auswertung vor dem Hintergrund einer interpretativen Auswertung der Lebens- und Partnergeschichten. Es werden 12 Schwerpunkt-Themenfelder gefunden und Asymmetrien und Signalthemen für Trennung identifiziert. Ein Attributionsverhalten, was überwiegend an den Anderen zuschreibt, kann als Indikator für den Zufriedenheitsgrad von Partnerschaft und damit als ein wesentlicher Prädiktionsfaktor von Trennung ermittelt werden.

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9. Zusammenfassung

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Woran liegt es aus der Sichtweise selbst Betroffener, dass bei langjährig zu- sammen lebenden Paaren die einen sich trennen, andere konflikthaft zusammen- leben? Ursachen und Verantwortlichkeiten im Rahmen konflikthafter oder getrenn- ter Beziehungen sind ein Thema, mit dem sich Klinische Psychologie, Sozial- psychologie und Familiensoziologie ausgiebig beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen Aufschluss darüber geben, ob und worin 6 $% &% r- scheiden. Dabei werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attribu- tionsfunktionen ermittelt. Da die bisherige Forschung weitgehend auf Fälle be- reits vollzogener Trennungen beschränkt ist, bedeutet die vorliegende Arbeit einen forschungsmethodischen Gewinn hinsichtlich der Erweiterung und des 7 &% &%Œa Theoretischer Ansatz dieser Arbeit sind attributionstheoretische Grundan- nahmen, die auf Fritz Heider (1958/1977) zurückgehen. Seine Attributionstheo- rie beschäftigt sich mit den zugrunde liegenden Mechanismen subjektiver Ereigniserklärungen, die dargestellt werden. Attributionstheoretische Modelle (vgl. Kelley, 1973) richten den Blick auf das Zustandekommen und die Auswir- kungen von Attributionen: auf Erleben und Verhalten. Theoretische Grundlage dieser Arbeit ist ein Minimalkonsens beider Zugänge. Über Attributionen wer- den anderen Personen Handlungsmotive, Persönlichkeitseigenschaften, Absich- ten oder Überzeugungen unterstellt. Sie unterscheiden sich damit von Wahr- nehmungen, da Attributionen nicht direkt beobachtet, sondern erschlossen wer- den. Gerade erwartungsdiskrepante Ereignisse, die nicht durch kausale Schema- ta gelöst werden können, lösen Attributionen aus. Damit liegen gestörte soziale Beziehungen, z. B. Partnerschaften, die getrennt oder konflikhaft sind, im Fokus der Attributionsforschung. Der Weg zu den Zielen folgt sowohl einer Erkundungsstrategie hinsichtlich der Auswertung des qualitativen Materials wie...

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