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Semantik und Pragmatik im Spannungsfeld der germanistischen und kontrastiven Linguistik

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Edited By Larysa Iagupova, Vladimir Kaliuscenko and Andrzej Katny

Der Band versammelt Beiträge der Fachtagung Semantik und Pragmatik im Spannungsfeld der germanistischen und kontrastiven Linguistik, die vom 17. bis 19. September 2012 in Donezk, Ukraine stattfand. Die Schwerpunkte sind 1. Sprachtypologie, Sprachkontakt und Universalien, 2. Verbsemantik im Deutschen und im Sprachvergleich, 3. Kommunikativ-pragmatische und pragmalinguistische Ansätze in der Diskursanalyse – synchron und diachron, 4. Allgemeine Aspekte sprachlicher Stilanalysen. Die Herausgeber setzen sich zum Ziel, ausgewählte Probleme der Semantik und Pragmatik in verschiedenen Bereichen der germanistischen und kontrastiven Sprachwissenschaft darzustellen und zu diskutieren.

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III. Kommunikativ-pragmatische und pragmalinguistische Ansätze in der Diskursanalyse: synchron/diachron

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Liliia Bezugla Arten von Implikaturen 1. Vorbemerkungen In der sprachlichen Kommunikation wird sehr viel zwischen den Zeilen gesagt. Es ist für die Linguistik eine Herausforderung, solche versteckten Bedeutungen in plausibler Weise zu beschreiben. Ein Instrumentarium dazu wurde von dem englischen Philosophen Herbert Paul Grice (1993b) in seiner Implikaturtheorie entwickelt. In der deutschen Germanistik wird sie als eine der größten linguistischen Entdeckungen des vori- gen Jahrhunderts (Heringer 1994: 40) bezeichnet, als solche, die zu den obliga- ten Truismen linguistischen Allgemeinwissens gehört (Harras 1999: 2). Trotzdem bleiben bisher in dieser Theorie noch viele Problemfragen unge- klärt. Die Aufgabe, die Georg Meggle vor zwanzig Jahren im Rahmen der Sprachpragmatik gestellt hat, bleibt noch nicht gelöst: „Die sogenannte Theorie der Implikaturen ist bislang im wesentlichen ein Bündel aus interessanten Beobachtungen, diversen Distinktions-, Klassifikations- und Erklärungsansätzen. Deren Explikation vor dem Hintergrund einer Allgemeinen Kommunikationstheorie und einer Handlungstheoretischen Semantik ist jedoch eine Aufgabe, die erst noch zu leisten ist“ (Meggle 1993: 505f.). Es wird zwar viel über die Gricesche Unterscheidung von konventionalen und konversationalen Implikaturen sprachlicher Äußerungen diskutiert, aber es gibt noch keine allgemein anerkannten Kriterien dazu. Zu den kennzeichnenden Merkmalen einer konversationalen Implikatur werden deren Entsprechen einer vollen Proposition, Unabhängigkeit vom Wahrheitswert der expliziten Proposi- tion, Nicht-Konventionalität, Nicht-Abtrennbarkeit, Rekonstruierbarkeit und Aufhebbarkeit / Streichbarkeit / Tilgbarkeit / Annulierbarkeit / Löschbarkeit ge- zählt1, aber das sind logisch-semantische und keine sprachlichen Kriterien. Doch für die Linguistik sind, wenn keine künstlich konstruierten Beispiele, sondern...

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