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Variation, Wandel, Wissen

Studien zum Hochdeutschen und Niederdeutschen

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Edited By Yvonne Hettler, Carolin Jürgens, Robert Langhanke and Christoph Purschke

Die Erforschung des Spektrums zwischen Dialekt und Standard, die Perzeptionslinguistik und die Analyse von Dialektsyntax sind Aufgaben einer Dialektologie, die sich als Regionalsprachenforschung versteht. In zwölf Beiträgen diskutieren Nachwuchswissenschaftler diese Fragestellungen aus der Perspektive neuerer variationslinguistischer Theorien. Die Themen reichen von der Namenkunde bis zur Perzeptionslinguistik und umfassen sowohl niederdeutsche als auch hochdeutsche Varietäten. Schwerpunkte liegen auf der Betrachtung sprachlicher Variation und Dynamik der phonologischen und morphologischen Ebene sowie von Methoden und Befunden sozio- und wahrnehmungsdialektologischer Untersuchungen. Beiträge zum altsächsischen Heliand und zur bairischen Namenkunde erweitern das Themenfeld.

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Hêlag gêst im Heliand: Untersuchungen zu zwei Verwendungskontexten (Alexander Scheufens)

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Hêlag gêst im Heliand: Untersuchungen zu zwei Verwendungskontexten Alexander Scheufens Abstract Seit den Untersuchungen von Höhler, Wicke und Köhler ist es communis opinio in der Be- handlung der altsächsischen Evangelienharmonie Heliand, dass hier die genaue Christologie der orthodoxen Theologie nachgezeichnet wird – entgegen der Annahme eines ‚germanischen Königtums Jesu’, wie sie die ältere Forschung propagierte. Das Bekenntnis des Dichters zur Homousie und seine Kenntnis des christologischen Streites gelten als gesichert, mithin seine tiefe Kenntnis der zeitgenössischen Theologie. Gilt dies auch für die pneumatologische Seite der Trinitätsvorstellung? Zwei Verwen- dungskontexte (V. 985b–98a und V. 50b, 291b, 335b) werfen Zweifel auf. Der Gebrauch von hêlag gêst im Heliand innerhalb dieser Kontexte hat die Forschung zu den unterschiedlichsten Erklärungen angeregt. Diese sollen hier dokumentiert und bewertet werden. Auch wird eine neue Erklärung angeführt und erläutert, inwiefern der Dichter ein pneumatologisches Konzept verfolgt. 1. Die Christologie im Heliand Innerhalb von nur zwei Jahren, zwischen 1934 und 1936, erschienen drei Unter- suchungen,1 die ein neues Verständnis der altsächsischen Evangelienharmonie Heliand durchgesetzt haben. Demnach sei der Heliand „dem Hauptanliegen der gesamten Orthodoxie und insbesondere der Christologie der karolingischen Zeit verpflichtet […]: Christus ist der Gottmensch; ‚verus deus, verus homo’“.2 Denn bis dahin galt seit Vilmar, dass hier mehr Beachtung und Betonung auf das (irdi- sche) Königtum Christi denn auf seine Göttlichkeit als Sohn des Vaters gelegt werde. Sein vielzitiertes Verdikt lautet: In der vollen glorie eines...

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