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Das Leben des fliehenden Diebes: Ein strafrechtliches Politikum

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Domenico Siciliano

Darf der angegriffene Eigentümer den Dieb erschießen, der mit der Beute flieht? Nach der immer noch herrschenden Meinung wird diese Frage unter der Annahme bejaht, daß der Angriff «nicht geringfügig» bzw. «nicht unerheblich» ist. Wie ist eine solche Meinung entstanden, nach der ein Angriff auf das Eigentum prinzipiell mit derselben Gewalt wie ein Angriff auf das Leben abgewehrt werden darf? Dieser Frage wird rechtssystematisch, rechtsphilosophisch und rechtshistorisch nachgegangen. Insbesondere wird eine «verdrängte» Aufklärung des Strafrechts rekonstruiert, die für eine Auffassung der Notwehr plädierte, in der das Leben des mit der Beute fliehenden Diebes stark geltend gemacht wird. Wichtige Komponenten dieser erfolglosen Tradition sind der Ansatz von von Globig und Huster aus dem Jahre 1783 und der Ansatz des § 427 des Entwurfs des Allgemeinen Gesetzbuchs von 1786. Beide Ansätze thematisieren die strukturelle Ungleichheit in der Gesellschaft. Damit knüpfen sie an Beccarias «Über Verbrechen und Strafen» an.

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Einführung zur ersten Auflage

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Die vorliegende Arbeit ist die leicht veränderte Fassung der Arbeit, die ich als Dissertation bei der Johann Wolfgang Goethe Universität von Frankfurt am Main am 1. Oktober 2002 zur Erlangung des Doktorgrades in Rechtswissen- schaft diskutiert habe. Sie ist das Ergebnis eines mehrjährigen Projektes. Es ist daher verständlich, daß sie durch umfassende Lektüre, anregende Gespräche, wertvolle Hinweise durch zahlreiche Personen entstanden ist, bei denen ich mich nachfolgend bedanken möchte: Mein Dank gilt insbesondere meinem Doktorvater Prof. Dres. Winfried Hasse- mer. Er hat mir die faire Chance gegeben, eine Doktorarbeit zu schreiben. Dies heißt: Er hat mir erstens ermöglicht, mich mit ihm über das Thema bzw. über die Konstruktion des Themas meiner Arbeit auseinanderzusetzen; er war also mein erster Gesprächspartner bei der Diskussion der Hauptthesen meiner Arbeit; er hat mir zweitens die Möglichkeit gegeben, die Doktorarbeit durch meine Tätig- keit als wissenschaftliche Hilfskraft an seinem Lehrstuhl zu finanzieren. Prof. Dr. Gerhard Dilcher hat mit Elan die Aufgabe übernommen, das Zweitgut- achten fertigzustellen. Er hat unter anderem wichtige Anregungen und Vor- schläge zur Änderung des Textes geliefert. Dafür gilt mein Dank. Prof. Dr. Ulfrid Neumann hat gerne die Aufgabe übernommen, der Prüfungs- kommission vorzusitzen. Ihm gilt mein Dank. Mein Dank gilt auch allen Teilnehmern des Doktorandenseminars von Prof. Dres. Winfried Hassemer, in dem für mich wichtige Diskussionen meines Pro- motionsvorhabens stattfanden. In der Endphase meiner Doktorarbeit konnte ich intensiv mit meinem Kollegen am Lehrstuhl, Dr. Jens...

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