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Dimensionen des Logischen

Eine hermeneutische Untersuchung

Friedrich Hogemann

Mit Georg Misch versucht diese Abhandlung, dem Wort seine ursprüngliche Bedeutungsfülle zurückzugeben. Mischs Konzeption einer Logik des Lebens begreift das Wort als das mächtige Wort. Die Frage nach dem Leben treibt die Fragestellung der Abhandlung über die anthropologische Konzeption Mischs hinaus zur phänomenologischen Ontologie Martin Heideggers und der Frage Josef Königs nach «Sein und Denken». Die Frage Heideggers nach dem Sein bedarf einer Tieferlegung auf ihre sprachlichen Grundlagen. «Sein» erweist sich als das ursprünglich Wahre; in seiner verbalen Form ist es das verbum demonstrativum. Diese Form ist allein den indoeuropäischen Sprachen eigen. So ist eine Grundlage gewonnen, von der aus die Frage nach der Überlieferung und den höherstufigen Gebilden erneut gestellt werden kann.

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Zweiter Teil. Sein, Welt und Geschehen (hajah)

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181 Erster Abschnitt. Sprachwissenschaftliche Betrachtungen zu ,sein‘ Erstes Kapitel. Etymologie und Bedeutung von ,sein‘ Einleitung Viele Fragen, die sich uns im Verlauf des zurückliegenden Teiles dieser Abhand- lung gestellt haben, sind unbeantwortet geblieben. Ihnen wollen wir uns nunmehr zuwenden. Welche dieser Fragen drängt vorrangig nach einer Beantwortung? Es ist diejenige nach dem ,sein‘. ,sein‘ wurde in der philosophischen Überlieferung immer ein Vorrang zuerkannt. Worin besteht dieser Vorrang? Wir lesen beispielsweise bei Plotin: „Bei ihm ist das Leben (zwh), ist der Geist (nouV); und die Seienden (ta onta) sind in aller Ewigkeit unbeweglich. Nichts geht (aus ihnen) hervor, nichts än- dert sich, nichts rückt hinweg. Denn es gibt kein Seiendes nach dem Seienden, das es „berühren“ könnte. Gäbe es ein solches, so bestände es durch dieses, und wenn dieses sein Gegenteil wäre, könnte es von diesem seinen Gegenteil nichts erleiden. Wenn das Seiende es selbst ist, erzeugte es das Seiende nicht, wenn aber ein ande- res, gäbe es vor ihm eine Gemeinsames, und dann wäre jenes das Seiende, so dass Parmenides richtig sagte, das Seiende sei ein Eines. Und es ist nicht wegen des Er- mangelns eines anderen eines Erleidens nicht fähig, sondern weil es das Seiende ist. Bei ihm allein hängt sein Bestehen von ihm ab.“375 Parmenides hebt diese Autarkie des Seienden von der Interdependenz des Doxischen ab: „gegensätzlich aber sonderten sie die Gestalt und setzten die Zeichen getrennt voneinander, hier der Flamme ätherisches Feuer,...

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