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(Un)Höflichkeit

Eine kulturologische Analyse- Deutsch – Italienisch – Polnisch

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Silvia Bonacchi

Das Buch liefert einen umfassenden theoretischen Rahmen für eine kulturologische Untersuchung der sprachlichen (Un)Höflichkeit im Deutschen, Italienischen und Polnischen. (Un)Höflichkeit lässt sich nicht auf einen bestimmten Aspekt (un)freundlicher Umgangsformen reduzieren, sondern bezeichnet einen komplexen interaktionalen und relationalen Prozess, der sprachlich multimodal realisiert wird. Betont wird dabei die handlungsleitende Dimension von (Un)Höflichkeitsakten in den jeweiligen Einzelsprachen. Eine besondere Aufmerksamkeit wird der rituellen Dimension und dem Machtaspekt gewidmet. Der Wandel der (Un)Höflichkeitsformen im Zeitalter der neuen Kulturtechniken wird am Beispiel der Netiquette und der Höflichkeit mit virtuellen Agenten analysiert. Hingewiesen wird auf glottodidaktische Implikationen, wobei Höflichkeitskompetenz als Teil einer grundlegenden dialogischen – kommunikativen, sozialen und pragmatischen – Kompetenz betrachtet wird.

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Schlussfolgerungen

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Diese Arbeit setzte sich zum Ziel, einen umfassenden theoretischen Rahmen für (Un)Höflichkeit − (im)politeness framework − zu erarbeiten, der ermöglichen könn- te, konkrete sprachliche (un)höfliche Interaktionen im Deutschen, im Italienischen und im Polnischen zu analysieren. Ein so gewonnenes (Un)Höflichkeitskonzept zweiter Ordnung kann als tertium comparationis im interkulturellen und interlingu- alen Vergleich angewandt werden. Da (Un)Höflichkeit ein komplexes kommunika- tives Phänomen ist, das nicht nur durch verbale Äußerungen, sondern auch durch nonverbales Verhalten (Gestik, Mimik, Proxemik) sowie suprasegmentale Elemen- te zum Tragen kommt, darüber hinaus sehr kontext- und medienbedingt ist, wurde ein Analysevorgehen angestrebt, das multimodal, multimedial und multidimensio- nal orientiert ist. Dabei wurden die verschiedenen Analyseebenen sowohl gesondert als auch in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit betrachtet. Die durchgeführten Analysen am empirischen Material haben gezeigt, dass (Un)Höflichkeit ein primär interaktionales und relationales Phänomen ist. Es lässt sich im Prinzip keine (Un)Höflichkeit per se feststellen,246 sondern der (Un)Höflichkeitseffekt konstituiert sich in konkreten Interaktionen (situative Kon- textgebundenheit) von konkreten Menschen (anthropozentrische Perspektive) als Ergebnis hic et nunc der Beziehungsgestaltung zwischen den Interlokutoren. Insbe- sondere wurde die Annahme aufgestellt und analytisch überprüft, dass (Un)Höflichkeit ein besonderer kommunikativer Modus ist, der Sprechakte und Di- alogakte partner- und kontextgemäß moduliert bzw. ihre illokutionäre Kraft und perlokutionären Effekte verstärkt oder abtönt. Im Lichte dieser Prämissen wurde in dieser Studie vom handlungsleitenden Charakter der als (un)...

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