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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Einleitung

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Die Person Napoleons III. steht im Mittelpunkt jeder Geschichte des Zweiten Kaiserreichs. Die Biographien1, die ihm besonders in den letzten zwanzig Jah- ren gewidmet wurden, belegen das anhaltende Interesse an seiner Person. Ein Biograph geht soweit, ihm den im 19. Jahrhundert nicht mehr gebräuchlichen Beinamen „der Große“2 zu verleihen. Nahezu jede Untersuchung zum Zweiten Kaiserreich konzentriert sich auf Politik und Wirtschaft. Der Prestigeanteil so- wie Funktion und Bedeutung von Kunst und Künsten, von Kunsthandwerk, Architektur und Technik bleiben ausgeblendet. Ausnahmen bestätigen eher diesen Befund, als sie ihn dementieren.3 Louis-Napoléon gewinnt am 10. Dezember 1848 die Wahl zum Staatspräsi- denten gegen so unterschiedliche Gegner wie Alphonse de Lamartine (1790- 1869), Schriftsteller, Dichter und Außenminister der Provisorischen Regierung im Mai 1848, General Louis-Eugène Cavaignac (1802-1857), der im April 1848 Kriegsminister wurde und mit größter Härte den Juni-Aufstand niederschlug, bei dem 4000 Arbeiter starben und die Ordnungskräfte 1600 Tote zählten, sowie gegen Alexandre Ledru-Rollin (1807-1874), der von Februar bis Mai 1848 als Innenminister das allgemeine Wahlrecht durchsetzte und bei der Präsident- schaftswahl nur 371.000 Stimmen erhielt. Louis-Napoléon gelingt der Staats- streich 1851 am Jahrestag von Austerlitz, und ein Jahr darauf führt er das Kai- sertum wieder ein. Seine politischen Schriften4 sind sein Programm, und sie eröffnen Hinweise auf Theorie und Praxis seiner Regierungszeit bis zur Libera- lisierung des Regimes um 1860. Während das Erste Kaiserreich Napoleons I., Restauration und Julimonarchie bereits komplexe Beziehungen zwischen Politik...

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