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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Louis-Napoléon, Karl Marx und der achtzehnte Brumaire

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Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte von Karl Marx beginnt mit ei- nem Hinweis auf Hegel, der gesagt habe, dass sich alle großen weltgeschicht- lichen Ereignisse zweimal ereignen.6 Marx fügt hinzu, Hegel habe vergessen anzumerken, das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Nach Hegel ist ein Ereignis „zufällig und möglich“, dann wird es durch Wiederholung „zu einem Wirklichen und Bestätigten“.7 Marx hält den Neffen Louis-Napoléon für eine Karikatur Napoleons I. und bezeichnet den Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 als die zweite Auflage des 18. Brumaire. Gemäß dem Revolutionskalender war der 18. Brumaire des Jahres VII der 9. November 1799, also der Tag, an dem Napoleon mit einem Staatsstreich das Direktorium stürzte und sich zum Ersten Konsul machte. Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte entstand vom Dezember 1851 bis März 1852 in London. Die erste Seite dieses Textes, in dem Marx Grundlagen und Folgen des Staats- streiches analysiert und Schlussfolgerungen daraus zieht, enthält eine weitere Bemerkung, mit der Marx seine Thesen begründet. Er gesteht den Menschen zu, ihre eigene Geschichte zu machen, aber er spricht ihnen ab, dass sie dies aus freien Stücken tun. Sie machen Geschichte „unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.“ Und im folgenden Satz umreißt Marx, wie die Geschichte die Menschen bedrängt und sie daran hindert, sich zu entwickeln.8 Erfolg hatten nach Marx diejenigen, die sich mit Erfolg von ihrer Vergangenheit absetzen konnten. Der Französischen...

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