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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Das politische Programm: Von den Rêveries politiques zu Des idées napoléoniennes

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Louis-Napoléon nutzt den Napoleon-Kult nur insoweit, wie er Argumente benö- tigt, mit denen er einen Politikwechsel in Frankreich zu beeinflussen hofft. Er bereitet seine politische Laufbahn mit der Abfassung vieler Schriften vor, die sich auch mit dem Erbe Napoleons I. zuweilen sogar kritisch auseinandersetzen. Mit der Erinnerung an Napoleon I. bereiten Schriftsteller, Dichter und Künstler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ohne es zu ahnen, den Erfolg seines Neffen Louis-Napoléon vor. Es ist ein Schriftsteller, der wie ein Historiker alle Facetten der Napoleon-Legende aufzählt und so ihre positive Bewertung sugge- riert. Honoré de Balzac (1799-1850) lässt in Le médecin de campagne (1833) einen Veteranen Napoleons von den Heldentaten seines Feldherrn berichten. 28 Vgl. F. Guizot, Mémoires pour servir à l’histoire de mon temps, Bd. IV, Paris, Leipzig 1861, S. 199. Vgl. D. Hoeges, François Guizot und die Französische Revolution, Frankurt/M., Bern, ²1981. 29 Vgl. É. Anceau, Napoléon III. Un Saint-Simon à Cheval, Paris 2008, S. 74 f. Vgl. C.-H. de Saint-Simon, Du système industriel, Paris 1821. 16 Diese Erzählung des alten Soldaten kennzeichnet die Bedeutung des großen Kaisers für die Überlebenden und die Generationen nach 1815.30 1833 malt Jean-Baptiste Mauzaisse (1784-1844) Napoléon, allégorie31 und belegt damit die Wiederaufnahme des Napoleonkults in der Julimonarchie. Das Bild wird im gleichen Jahr im Salon ausgestellt. Der Held Napoleon wird als Oberst der Garde dargestellt, der seine Geschichte auf einer Tafel aufschreibt. Das Bild von Jean-Louis Dulong (1800-1868)...

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