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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Louis-Napoléon auf der politischen Bühne

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Die Wirtschaftskrise des Jahres 1847, die Affäre Teste-Cubières, wobei es um Bestechungsgelder für eine Salzmine geht, und der Herzog Choiseul-Praslin, der sich nach der Ermordung seiner Frau das Leben nimmt, bringen die Juli- monarchie immer mehr in Misskredit.58 Der Ruf nach einer Reform des Wahl- rechts wird immer lauter. Louis-Philippe lehnt sie zunächst ab. Sie wird aber im März 1847 vom Abgeordneten des Departement Cher, Prosper Duvergier de Hauranne (1798-1881), wieder vorgeschlagen: Die repräsentative Regierung – er meint die Demokratie - sei in Gefahr59, stellt er eingangs fest, und er beklagt die Korruption. Er schlägt eine Senkung des Zensus auf 80 Francs vor und hält es für notwendig, gleichzeitig die Zahl der Wähler in den Wahlkreisen zu ver- größern, wodurch das Wahlgesetz von 1831 wieder erfüllt werden soll.60 François Guizot unterschätzt die sich abzeichnende Opposition und lässt die Reform durch seinen Innenminister Duchâtel erneut ablehnen. Niemand denkt in Frankreich an Louis-Napoléon, als Ende 1847 die Rufe nach einer Wahlrechts- reform immer lauter werden und die Regierung in Bedrängnis gerät. Die Opposition hat schon 1847 mit Veranstaltungen begonnen, die unter der Bezeichnung Bankette eine Wahlrechtsreform fordern. Diese Agitation beobach- tet Tocqueville (1805-1859) mit dem größten Misstrauen und wirft den Initiato- ren der Bankette vor, sich den Regierenden noch verhasster zu machen. Er rech- net damit, falls das Volk auf die Aktionen eingeht, dass die Situation leicht au- ßer Kontrolle gerät.61 Tats...

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