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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Die Wahl zum Staatspräsidenten

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Als 1848 die Februarrevolution der Julimonarchie ein Ende setzt, nutzt Louis- Napoléon, von vielen als Parvenu belächelt, die Gunst der Stunde und wird noch im gleichen Jahr Frankreichs erster Staatspräsident. Einige Intellektuelle hoffen auf eine Chance, mit ihm die Zerwürfnisse infolge der Februarrevolution zu überwinden. Im Dezember folgt die Ernüchterung, als Louis-Napoléon die Prä- sidentschaftswahlen mit 5,5 Millionen Stimmen und großem Abstand vor den Mitbewerbern gewinnt und als erster Staatspräsident in den Élysée-Palast ein- zieht. Cavaignac erhält 1,5 Millionen, Ledru-Rollin nicht mal 400.000 und La- martine weniger als 10.000 Stimmen. Der Sozialist François-Vincent Raspail bekommt 36.920 Stimmen und der Legitimist Nicolas Changarnier erhält 4.790 Stimmen. Eine deutliche Mehrheit hat die Februarrevolution endgültig scheitern 88 Vgl. A. de Tocqueville, Souvenirs, op. cit., S. 190 f. 36 lassen. Was bleibt war das allgemeine Wahlrecht für Männer, das Louis- Napoléon geschickt für die Gründung seiner Herrschaft zu nutzen weiß. Nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse schreibt Prosper Mérimée an die Comtesse de Montijo (1826-1920), nur Louis-Napoléon habe die Wahl nicht überrascht.89 Der Wahl folgt eine seltsame Stille, niemand weiß, wie er sich verhalten wird, berichtet Merimée. Er zeigt sich besorgt und hält die Lage für unsicherer als vor der Wahl. Er hatte ihren Vater Don Cipriano Palafox y Porto- carrero 1830 in Spanien kennengelernt, der 1834 seinen Bruder als Grafen von Montijo beerbte und 1839 starb. Er...

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