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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Die Verfassungsreform und ihr Scheitern

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Wird Louis-Napoléons Amtszeit 1852 enden? Das ist die Schicksalsfrage, die vom Dezember 1848 bis Anfang Dezember 1851 drei Jahre lang das politische Leben der 2. Republik bestimmt. Der Präsident der Nationalversammlung, Ar- mand Marrast, hat den gerade in sein Amt eingesetzten Präsidenten daran erin- nert, dass sein Mandat gemäß der Verfassung bis zum zweiten Sonntag des Monats Mai 1852 dauern wird. Louis-Napoléon verspricht, die Macht zu diesem Zeitpunkt zu übergeben. Alle politischen Beobachter sind sich aber einig, dass dieser Präsident kaum freiwillig auf den einmal vom Volk erteilten Auftrag verzichten wird. Der Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 ist folglich auch keine Überraschung. Du Camp berichtet in seinen Erinnerungen, dass jeder nach der Wahl vom 10. Dezember ein solches Ereignis erwartet.120 Als bei Nachwahlen im Frühjahr der Schriftsteller Eugène Sue (1804-1857) für die Linke einen Kandidaten der Ordnungspartei besiegt, beschließt die National- versammlung mit dem Gesetz vom 31. Mai 1850, das allgemeine Wahlrecht einzuschränken. Die Wähler müssen künftig als Voraussetzung für die Ein- tragung auf die Wählerlisten den Nachweis erbringen, drei Jahre an einem Ort gewohnt zu haben. Das Gesetz bewirkt den Ausschluss von etwa drei Millionen Wählern. Dieser Rechtsruck beschert Louis-Napoléon einen willkommenen Vorwand, eine Beschädigung der Demokratie abzuwehren. Von diesem Gesetz wird auch der Wahlmodus des Präsidenten berührt. Die Reduzierung der Zahl der Wahlbe- rechtigten könnte es der Nationalversammlung erleichtern, selbst die Wahl laut 120 M. Du Camp,...

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