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Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)

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Irmtraud Behr and Zofia Berdychowska

Der Band vereinigt die Beiträge eines Reihen-Seminars zum Thema «Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)», das von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Jagellonen-Universität Kraków und der Universität Sorbonne Nouvelle – Paris 3 getragen wurde. Die Autoren untersuchen die Begrifflichkeit, wie sie in verschiedenen Beschreibungsansätzen in der deutschen Grammatik zur Anwendung kommt. Daneben werden Problematiken zugänglich gemacht, mit denen sich die nationalen (germanistischen) Grammatiken auseinandersetzen. Die Grenzen eines engen Prädikatsbegriffs werden überschritten, wenn prädikative Relationen auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden. Den textuellen Verwendungen bestimmter prädikativer Muster kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

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Vereinfacht gesagt: Polen ist fünfeckig. Formulierungscharakterisierende Adverbiale als Bezeichnungen für Dimensionen des pragmatischen

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Glückens Gerd Antos Abstract Prädikationsbeziehungen werden im Hinblick auf ihre Angemessenheit in der Regel nach se- mantischen Kriterien der „Wahrheit“ betrachtet oder dargestellt (z.B. Tarski). In Anschluss an Austin wird stattdessen die pragmatische Angemessenheit von konkreten Äußerungen in den Vordergrund gerückt: Dafür haben wir eine Fülle von formulierungscharakterisierenden Aus- drücken (abstrakt/plakativ/vereinfach/vorsichtig gesagt/formuliert). Damit wird zugleich ge- zeigt, dass der Akt des Formulierens selbstreflexiv im Hinblick auf gewünschte Rezeptions- standards und damit insgesamt auf das Glücken von Äußerungen Teil von Äußerungen sein kann. 1. Von der Wahrheit zur pragmatischen Angemessenheit Die Aussage „Schnee ist weiß“ ist wahr genau dann, wenn Schnee weiß ist. Dies ist sicherlich der berühmteste Satz der formalen Semantik. An ihm hat der polni- sche Mathematiker und Logiker Alfred Tarski (eigentlich Alfred Teitelbaum, *1901 oder 1902 in Warschau; †1983 in Berkeley) versucht, seinen rekursiven Wahrheitsbegriff in formalisierten Sprachen zu erläutern. So auch in seinem Epoche machenden Aufsatz von 1936: ,,Der Wahrheitsbegriff in den formali- sierten Sprachen“ (erschienen 1933 in polnischer Sprache). Ich möchte nun nicht die große Resonanz dieses Ansatzes in den Bereichen der Metamathematik, Linguistik, Philosophie und anderen Wissenschaften dar- stellen, auch nicht seine Bedeutung für formale Semantiktheorien. Mir geht es vielmehr darum zu illustrieren, welche eminent wichtige Rolle der Wahrheitsbe- griff in der (Satz-)Semantik überhaupt spielt. Aber auch wenn man sich aus dem engeren Kontext der formalisierten Semantik löst, bleibt die entscheidende Fra- ge aller Semantiktheorien: Wie kann...

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