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Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)

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Irmtraud Behr and Zofia Berdychowska

Der Band vereinigt die Beiträge eines Reihen-Seminars zum Thema «Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)», das von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Jagellonen-Universität Kraków und der Universität Sorbonne Nouvelle – Paris 3 getragen wurde. Die Autoren untersuchen die Begrifflichkeit, wie sie in verschiedenen Beschreibungsansätzen in der deutschen Grammatik zur Anwendung kommt. Daneben werden Problematiken zugänglich gemacht, mit denen sich die nationalen (germanistischen) Grammatiken auseinandersetzen. Die Grenzen eines engen Prädikatsbegriffs werden überschritten, wenn prädikative Relationen auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden. Den textuellen Verwendungen bestimmter prädikativer Muster kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

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Die WHO warnt vor Panik. Beispielhafte Analyse einer Warnung im medialen Diskurs zur Vogelgrippe

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Bettina Radeiski Abstract Gegenstand dieses Beitrags ist eine im medialen Diskurs zur Vogelgrippe wiederholt auftre- tende Äußerung, welche dem Muster „[X] warnt vor [Gefühlszustand]“ folgt. Die Frage, wel- che expliziten aber vor allem impliziten Prädikationen in dieser Äußerung enthalten sind, er- weist sich aufgrund der lexikalisch-semantischen Struktur von warnen und der Besonderheit, dass nicht vor etwas dem Adressaten Äußerlichen, sondern vor einem Gefühlszustand ge- warnt wird, als besonders interessant. Denn dem Adressat der Warnung werden – obwohl nicht explizit gemacht – durch die Sprachhandlung des Warnens und dem Gegenstand der Warnung Eigenschaften zugeschrieben. In drei Schritten versuche ich zu zeigen, wie sich die Prädikationen dieser Art der Warnung bestimmen lassen. Berücksichtigt werden von mir da- bei die kontextuelle Einbettung der Äußerung, valenztheoretische Bestimmungen der Verbform und eine Präzisierung der Ergebnisse in Hinblick auf die Prädikationsanalyse. 1. Die Prädikation und ihre Rolle in der diskursorientierten For- schung Einleitend sei – wenn dies auch an dieser Stelle nur beispielhaft erfolgen kann – bestimmt, was unter Prädikation verstanden werden soll und welche Rolle sie in der diskursorientierten Forschung spielt: Allgemein wird unter Prädikation das Zuschreiben von Eigenschaften ver- standen. Bussmann (1990) definiert die Prädikation formell als „Relation zwi- schen Subjekt und Prädikat“ oder auch als „Relation der Zuordnung von Eigen- schaften und Objekten bzw. Sachverhalten“ (Eintrag im „Lexikon der Sprach- wissenschaft“, 1990). Die Prädikation kann neben der Referenz als eine sprach- liche Grundfunktion betrachtet werden, die benötigt wird, um...

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