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Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)

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Irmtraud Behr and Zofia Berdychowska

Der Band vereinigt die Beiträge eines Reihen-Seminars zum Thema «Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)», das von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Jagellonen-Universität Kraków und der Universität Sorbonne Nouvelle – Paris 3 getragen wurde. Die Autoren untersuchen die Begrifflichkeit, wie sie in verschiedenen Beschreibungsansätzen in der deutschen Grammatik zur Anwendung kommt. Daneben werden Problematiken zugänglich gemacht, mit denen sich die nationalen (germanistischen) Grammatiken auseinandersetzen. Die Grenzen eines engen Prädikatsbegriffs werden überschritten, wenn prädikative Relationen auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden. Den textuellen Verwendungen bestimmter prädikativer Muster kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

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Vom (Kon)Text zum Wort: Zur Relevanz und Hierarchie sprachlicher Ebenen bei der Erforschung von Split-Possession-Phänomenen

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Sabine Häusler Abstract Der folgende Beitrag geht der Frage nach, ob sich auch in der Indogermania die Unterschei- dung zwischen alienabler und inalienabler Possession systematisch im Bereich der Prädikati- on nachweisen lässt und welche ausdrucksseitigen Mittel hierfür genutzt werden. Ausgangs- punkt ist die vor ca. 150 Jahren von Grimm vorgetragene These, dass im Gotischen veräußer- licher und unveräußerlicher Besitz über die beiden haben-Verben haban und aigan unter- scheidbar sei. Eine Überprüfung der Belege zeigt jedoch, dass die lexikalische Klassifizierung der Possessa als alienabel resp. inalienabel possediert lediglich die unterste Ebene der Posses- sivkonstruktion darstellt und überlagert wird von weiteren übergeordneten, d.h. Syntax, Text- aufbau/Erzählstruktur und (kultureller) Kontext. Da diese Ebenen wiederum Konstruktionsbe- schränkungen aufweisen, wird erklärbar, weshalb im Gotischen die Dichotomie alienabel/inalienabel häufig opak ist. Aber fast von Anfang an hatten wir es mit einigen offensichtlichen Widersprüchen zu tun. Wie zum Beispiel: a) George konnte nicht vergiftet worden sein; b) George war vergiftet worden. Und: a) Niemand berührte Georges Glas; b) jemand hat sich an Georges Glas zu schaffen gemacht. Dabei haben wir etwas sehr Bedeutsames übersehen: den verschiedenen Gebrauch des besitzanzeigenden Genitivs. Georges Ohr ist ohne Zweifel Georges Ohr, denn es sitzt fest an seinem Kopf und kann nicht ohne operativen Eingriff entfernt werden! Aber wenn ich von Georges Uhr spreche, meine ich lediglich die Uhr, die er trägt - es mag sich die Frage stellen, ob es tat- sächlich seine Uhr...

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