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Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)

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Irmtraud Behr and Zofia Berdychowska

Der Band vereinigt die Beiträge eines Reihen-Seminars zum Thema «Prädikative Strukturen in Theorie und Text(en)», das von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Jagellonen-Universität Kraków und der Universität Sorbonne Nouvelle – Paris 3 getragen wurde. Die Autoren untersuchen die Begrifflichkeit, wie sie in verschiedenen Beschreibungsansätzen in der deutschen Grammatik zur Anwendung kommt. Daneben werden Problematiken zugänglich gemacht, mit denen sich die nationalen (germanistischen) Grammatiken auseinandersetzen. Die Grenzen eines engen Prädikatsbegriffs werden überschritten, wenn prädikative Relationen auf verschiedenen Ebenen angesetzt werden. Den textuellen Verwendungen bestimmter prädikativer Muster kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

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Nominalisierungen und Genitivattribute als versteckte Prädikationen

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Michel Kauffmann Abstract Erweiterte Nominalgruppen der Form NG1-NG2gen sind als Prädikationen anzusehen, be- sonders, wenn NG1 eine Nominalisierung enthält. Das Syntagma „die Ausweitung der Kampfzone“ kann z.B. in der Form „die Kampfzone weitet sich aus“ paraphrasiert werden. Die in Genitiv-Fügungen mitenthaltenen Prädikationen lassen sich mit Hilfe der klassischen Typologie (genitivus subjectivus, objectivus, possessivus, definitivus usw.) analysieren. An- hand von Beispielen aus H.-W. Sinn, Die Basar-Ökonomie (2005), soll hier gezeigt werden, dass durch dieses Verfahren Prädikationen im Gesamtsatz mitbehauptet werden können, wo- bei sie als schon erwiesen dargestellt werden, wie etwa in „die Fehler der Politik“ – dass die Politik Fehler macht, wird in diesem Ausdruck als bekannt vorausgesetzt. Einige literarische Beispiele sollen auch darauf hinweisen, dass der genitivus definitivus als Variante der Meta- pher angesehen werden kann. Die in Form von Genitiv-Fügungen unterhalb der Satzebene untergeschobenen Nebenprädikationen sollten demzufolge bei der Textanalyse auch berück- sichtigt werden. Als Thema dieses Beitrags waren versteckte Prädikationen in Nominalisierun- gen angekündigt, und es wird hier auch von Nominalisierungen die Rede sein. Solche Prädikationen erscheinen aber meistens in Verbindung mit Genitivattri- buten, in Form von Sequenzen des Typs „Ausweitung der Kampfzone“, wobei dem Genitiv eine nicht unwesentliche Funktion zukommt. Es ist schon seit lan- gem bekannt, dass auch in einem Syntagma wie „das Auto meiner Schwester“ eine Prädikation enthalten ist (meine Schwester hat ein Auto) auch wenn die Stelle des regierenden Substantivs nicht von einer Nominalisierung eingenom- men wird. Ich werde mich...

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