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Justiz und Justizverfassung- Judiciary and Judicial System

Siebter Rechtshistorikertag im Ostseeraum, 3.-5. Mai 2012 Schleswig-Holstein- 7th Conference in Legal History in the Baltic Sea Area, 3rd-5th May 2012 Schleswig-Holstein

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Edited By Frank L. Schäfer and Werner Schubert

Die Beiträge des Tagungsbandes präsentieren die Geschichte des Prozessrechts, der Justiz und ihrer Institutionen des Ostseeraums. In der Horizontalen widmen sich die Referate den einzelnen Anrainerstaaten der Ostsee, in der Vertikalen reichen sie von der Höchstgerichtsbarkeit im Ostseeraum bis zur Dorfjustiz des russischen Bauerntums. Ebenso vielfältig sind die Anknüpfungspunkte in der Gerichtsorganisation: Sie reichen von den Obergerichten über die Spruchfakultäten und Laiengerichte bis zur Kirchengerichtsbarkeit.
The contributions to these proceedings present the history of procedure law, of the judiciary and its institutions in the Baltic Sea Area. Neighbouring states of the Baltic Sea are widely analyzed, the topics ranging from supreme courts to secular and ecclesiastical courts, to lay courts and Russian rural courts, just as they include judicial reforms and legal educational activities of the judiciary.

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Die Rezeption der preußischen Justizverfassung am Beispiel Thorn in Westpreußen: Danuta Janicka

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Die Rezeption der preußischen Justizverfassung am Beispiel Thorn in Westpreußen Danuta Janicka I. Die Gerichtsbarkeit im alten Thorn im Umriss Thorn (polnisch: Toru) entstand an der unteren Weichsel, an der Stelle der sich hier kreuzenden Handelswege. Die Stadt wurde vom Deutschen Orden gegründet. Die Gründungsurkunde, die berühmte Kulmer Handfeste, wurde 1233 ausgestellt.1 Das mittelalterliche Thorn bestand aus drei separaten Teilen: der Altstadt, der Neustadt sowie der Burg des Deutschen Ordens.2 Die Einwohnerzahl der Alt- und Neustadt Thorn wird für das 15. Jahrhundert auf 8.500 geschätzt. Mitte des 15. Jahrhunderts sagte sich Thorn, zusammen mit der ganzen Ostseeprovinz, vom Deutschen Orden los und beschloss, sich dem polnischen König zu unterwerfen. Unter der Herrschaft der polnischen Könige besaß die Stadt große Selbstständigkeit und blieb weiterhin ein wichtiges Zentrum des Nah- und Fernhandels sowie ein bedeutender Mittelpunkt der Gewerbeproduktion. Im 16. Jahrhundert zählte sie bereits 12.000 Einwohner. Mit den schwedischen Kriegen brach für Thorn im 17. und vor allem im 18. Jahrhundert eine schwere Zeit an. Durch die zweite Teilung Polens (1793) fiel Thorn, zusammen mit Danzig, an Preußen.3 Sowohl im Mittelalter als auch in der Neuzeit verfügte Thorn über ein ausge- bautes Gerichtswesen. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die städtische Gerichtsbarkeit nur wenig. Das wichtigste Organ der Jurisdiktion in Thorn war das Schöffengericht. Es urteilte nach dem Magdeburger Recht.4 Die Gerichtsbarkeit lag 1 Vgl. Guido Kisch, Die Kulmer Handfeste, Text, rechtshistorische und textkritische Untersu-...

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