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Justiz und Justizverfassung- Judiciary and Judicial System

Siebter Rechtshistorikertag im Ostseeraum, 3.-5. Mai 2012 Schleswig-Holstein- 7th Conference in Legal History in the Baltic Sea Area, 3rd-5th May 2012 Schleswig-Holstein

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Edited By Frank L. Schäfer and Werner Schubert

Die Beiträge des Tagungsbandes präsentieren die Geschichte des Prozessrechts, der Justiz und ihrer Institutionen des Ostseeraums. In der Horizontalen widmen sich die Referate den einzelnen Anrainerstaaten der Ostsee, in der Vertikalen reichen sie von der Höchstgerichtsbarkeit im Ostseeraum bis zur Dorfjustiz des russischen Bauerntums. Ebenso vielfältig sind die Anknüpfungspunkte in der Gerichtsorganisation: Sie reichen von den Obergerichten über die Spruchfakultäten und Laiengerichte bis zur Kirchengerichtsbarkeit.
The contributions to these proceedings present the history of procedure law, of the judiciary and its institutions in the Baltic Sea Area. Neighbouring states of the Baltic Sea are widely analyzed, the topics ranging from supreme courts to secular and ecclesiastical courts, to lay courts and Russian rural courts, just as they include judicial reforms and legal educational activities of the judiciary.

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Gerichtsverfassung in Krisenzeiten. Die letztinstanzliche Rechtsprechung in den schwedischen Reichslehen während des Großen Nordischen Krieges: Nils Jörn

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Gerichtsverfassung in Krisenzeiten. Die letztinstanzliche Rechtsprechung in den schwedischen Reichslehen während des Großen Nordischen Krieges Nils Jörn Als der Große Nordische Krieg im Jahre 1716 Wismar erreichte, fand er das Tribunal in seiner absoluten Blüte vor.1 Ein schwedischer Hochadliger als Präsi- dent,2 ein pommerscher Adliger als Vizepräsident und Direktor3 sowie fünf Asses- soren, die an führenden Universitäten des Alten Reiches studiert und promoviert hatten,4 bildeten das Richterkollegium. Das organisatorische Fundament für dieses Kollegium bildete eine Kanzlei mit Protonotar,5 Sekretär,6 Registrator,7 Boten- und Postmeister, zwei Kanzlisten, zwei Kopisten, drei Boten, zwei Trabanten, einem Diener und einem Pedell, die den alltäglichen Gerichtsbetrieb zuverlässig führten. Mithilfe eines Fiskals,8 der einige Fälle von Amts wegen verfolgte und ansonsten als Prokurator tätig war, sowie eines eigenen Gerichtsarztes sorgten diese Männer dafür, dass die Prozesse aus den Herzogtümern Bremen, Verden und Vorpommern cum annexis, dem Hamburger Domkapitel und der Herrschaft Wismar zügig und unstrittig erledigt werden konnten. Die Finanzierung des Tribunals stand auf sicherem Fundament, das Gehalt des Präsidenten hatte die schwedische Krone übernommen, das Geld für alle anderen Gerichtsbediensteten wurde über eine Tribunalssteuer eingetrieben, die seit der Mitte der 1660er Jahre zuverlässig in den Provinzen erhoben wurde. Dabei waren 1 Nils Jörn, Die Blütephase des Tribunals, in: ders. (Hg.), Servorum Dei Gaudium. Das ist Treuer Gottes Knechte Freuden=Lohn. Lebensbeschreibungen aus dem Umfeld...

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