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Justiz und Justizverfassung- Judiciary and Judicial System

Siebter Rechtshistorikertag im Ostseeraum, 3.-5. Mai 2012 Schleswig-Holstein- 7th Conference in Legal History in the Baltic Sea Area, 3rd-5th May 2012 Schleswig-Holstein

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Frank L. Schäfer and Werner Schubert

Die Beiträge des Tagungsbandes präsentieren die Geschichte des Prozessrechts, der Justiz und ihrer Institutionen des Ostseeraums. In der Horizontalen widmen sich die Referate den einzelnen Anrainerstaaten der Ostsee, in der Vertikalen reichen sie von der Höchstgerichtsbarkeit im Ostseeraum bis zur Dorfjustiz des russischen Bauerntums. Ebenso vielfältig sind die Anknüpfungspunkte in der Gerichtsorganisation: Sie reichen von den Obergerichten über die Spruchfakultäten und Laiengerichte bis zur Kirchengerichtsbarkeit.
The contributions to these proceedings present the history of procedure law, of the judiciary and its institutions in the Baltic Sea Area. Neighbouring states of the Baltic Sea are widely analyzed, the topics ranging from supreme courts to secular and ecclesiastical courts, to lay courts and Russian rural courts, just as they include judicial reforms and legal educational activities of the judiciary.

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Gerichtsverfassung und Zivilprozess in Mecklenburg im 19. Jahrhundert bis 1879: Hans-Georg Knothe

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Gerichtsverfassung und Zivilprozess in Mecklenburg im 19. Jahrhundert bis 1879 Hans-Georg Knothe I. Einleitung Die oft anzutreffende Einschätzung, die Zivilgerichtsbarkeit sei ihrer Natur nach unpolitisch und hauptsächlich von rechtstechnischen Gesichtspunkten bestimmt, hält, wie seit Längerem anerkannt ist, einer näheren Betrachtung nicht stand. Insbesondere im 19. Jahrhundert war die Frage nach Zweck und Ausgestaltung des Zivilverfahrens eng verbunden mit den (angesichts des damaligen Übergangs von der traditionellen monarchisch-ständischen Ordnung zum bürgerlichen Rechtsstaat) geführten politisch-ideologischen und verfassungsrechtlichen Auseinandersetzun- gen. Nicht zuletzt auf dieser Verbindung beruht der von Knut Wolfgang Nörr kon- statierte Tatbestand, wonach keine rechtsgeschichtliche Periode in Deutschland dem Zivilprozess eine gleich intensive und vielleicht auch geglückte Aufmerksam- keit geschenkt hat wie eben dieses Jahrhundert.1 Wenn in diesem Vortrag der Wer- degang der Ziviljustiz in einem der kleineren deutschen Territorien, in Mecklen- burg, behandelt werden soll, so dürfte dieses Thema im Hinblick auf die für dieses Land eigentümlichen ständestaatlichen Verhältnisse, die sich besonders auf das Rechtswesen ausgewirkt haben, nicht ohne Interesse sein. Der zeitliche Umfang der Untersuchung erstreckt sich auf die Periode vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur völligen Umgestaltung des mecklenburgischen Gerichtswesens 1879 durch die Reichsjustizgesetze. II. Die mecklenburgische Zivilgerichtsbarkeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts Zunächst soll die überkommene Gestalt der Zivilgerichtsbarkeit in Mecklenburg am Anfang des 19. Jahrhunderts als Ausgangspunkt ihrer weiteren Entwicklung skiz- ziert werden. 1. Staatsrechtliche Grundlagen Zum Verständnis des mecklenburgischen Justizwesens ist ein kurzer Überblick über die...

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