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Justiz und Justizverfassung- Judiciary and Judicial System

Siebter Rechtshistorikertag im Ostseeraum, 3.-5. Mai 2012 Schleswig-Holstein- 7th Conference in Legal History in the Baltic Sea Area, 3rd-5th May 2012 Schleswig-Holstein

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Edited By Frank L. Schäfer and Werner Schubert

Die Beiträge des Tagungsbandes präsentieren die Geschichte des Prozessrechts, der Justiz und ihrer Institutionen des Ostseeraums. In der Horizontalen widmen sich die Referate den einzelnen Anrainerstaaten der Ostsee, in der Vertikalen reichen sie von der Höchstgerichtsbarkeit im Ostseeraum bis zur Dorfjustiz des russischen Bauerntums. Ebenso vielfältig sind die Anknüpfungspunkte in der Gerichtsorganisation: Sie reichen von den Obergerichten über die Spruchfakultäten und Laiengerichte bis zur Kirchengerichtsbarkeit.
The contributions to these proceedings present the history of procedure law, of the judiciary and its institutions in the Baltic Sea Area. Neighbouring states of the Baltic Sea are widely analyzed, the topics ranging from supreme courts to secular and ecclesiastical courts, to lay courts and Russian rural courts, just as they include judicial reforms and legal educational activities of the judiciary.

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Über die Dynamik in der Justizverfassung im schwedisch beherrschten Estland im 16. und 17. Jahrhundert: Marju Luts-Sootak

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Über die Dynamik in der Justizverfassung im schwedisch beherrschten Estland im 16. und 17. Jahrhundert1 Marju Luts-Sootak I. Ein wenig allgemeine Geschichte zur Einführung Das Siedlungsgebiet des estnischen Volkes umfasst das Territorium der Republik Estland seit ihrer Gründung im Jahr 1918 auf den Trümmern des zaristischen Russ- lands. Um 1200 veranstaltete man Kreuzzüge in diese Territorien zur zwangswei- sen Christianisierung der estnischen, livischen, lettischen und kurischen Stämme.2 Diese Stämme hatten noch nicht den Status der Staatlichkeit erreicht, konnten sich trotz des zähen Widerstandes gegen die Überlegenheit eines Ritterordens und der dänischen Königsmacht nicht wehren und wurden daher im Laufe der folgenden Jahrhunderte von verschiedenen Herrschaften und Oberherrschaften regiert. Da die Kreuzritter und Handelsleute meistens aus den deutschen Territorien kamen (nicht nur, wenn sie Mitglieder oder Gefolgsleute des Deutschen Ordens waren, sondern auch, wenn sie im Dienst der lokalen Bischöfe oder des dänischen Königs standen), etablierte sich eine deutschsprachige lokale Oberschicht. Auch die indigene Ober- schicht der sog. Ältesten (in der Chroniksprache ‚seniores‘, auch ‚meliores‘ ge- nannt) assimilierte und germanisierte sich, die Masse der indigenen Bevölkerung geriet im Laufe der Zeit in die Leibeigenschaft. Politisch entwickelte sich ein Kon- glomerat der verschiedenen geistlichen Territorien, die dem Heiligen Römischen Reich untergeordnet waren. In den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts bildeten diese feudalen Territorien und die örtlichen Hansestädte eine Föderation mit einem gemeinsamen Landtag, die in der späteren Literatur den Namen ‚Alt-Livland‘ bekam. Damit soll der...

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