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Justiz und Justizverfassung- Judiciary and Judicial System

Siebter Rechtshistorikertag im Ostseeraum, 3.-5. Mai 2012 Schleswig-Holstein- 7th Conference in Legal History in the Baltic Sea Area, 3rd-5th May 2012 Schleswig-Holstein

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Frank L. Schäfer and Werner Schubert

Die Beiträge des Tagungsbandes präsentieren die Geschichte des Prozessrechts, der Justiz und ihrer Institutionen des Ostseeraums. In der Horizontalen widmen sich die Referate den einzelnen Anrainerstaaten der Ostsee, in der Vertikalen reichen sie von der Höchstgerichtsbarkeit im Ostseeraum bis zur Dorfjustiz des russischen Bauerntums. Ebenso vielfältig sind die Anknüpfungspunkte in der Gerichtsorganisation: Sie reichen von den Obergerichten über die Spruchfakultäten und Laiengerichte bis zur Kirchengerichtsbarkeit.
The contributions to these proceedings present the history of procedure law, of the judiciary and its institutions in the Baltic Sea Area. Neighbouring states of the Baltic Sea are widely analyzed, the topics ranging from supreme courts to secular and ecclesiastical courts, to lay courts and Russian rural courts, just as they include judicial reforms and legal educational activities of the judiciary.

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Dualismus der Verwaltungsgerichtsbarkeit in der II. Republik Polen – Justiz im Spiegel der preußischen und österreichischen Einflüsse: Anna Tarnowska

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Dualismus der Verwaltungsgerichtsbarkeit in der II. Republik Polen – Justiz im Spiegel der preußischen und österreichischen Einflüsse Anna Tarnowska I. Das Erbe der Rechtsgeschichte Der Beitrag befasst sich mit dem Thema Erbe in der Rechtsgeschichte. Allerdings soll nicht vom Erbe als Institution des Erbrechts, sondern vom Erbe als Konsequenz eines internationalen Rechtstransfers von einem Territorium in ein anderes und der Beständigkeit eines solchen Transfers unter geänderten politischen Bedingungen die Rede sein. Die Zweite Republik Polen war eine Schöpfung des Versailler Vertrags von 1919. Die Polen in den ehemals russischen und österreichischen Ge- bieten hatten ihre Souveränität schon im November 1918 proklamiert. Nach 123 Jahren erschien Polen wieder auf der Landkarte Europas. II. Historischer Hintergrund: die drei polnischen Teilungen Der neue polnische Staat bestand aus Territorien, welche die mächtigen Nachbarn Preußen, Österreich und Russland durch drei Teilungen in den Jahren 1772, 1792 und 1795 annektiert hatten. Die Teilungsmächte planten, die annektierten Territo- rien möglichst rasch zu konsolidieren und ihrer Herrschaftsordnung anzupassen.1 Dieses Ziel erreichten sie. Allerdings blieben innerhalb der annektierten Gebiete bestimmte territoriale Unterschiede bestehen. Das zeigt sich beispielhaft in den von Russland annektierten Gebieten: In Zentralpolen galt eine andere Rechtsordnung (die 1815 für das „Königreich Polen“, Kongresspolen, oktroyierte Verfassung) und gab es eine andere Verwaltungsorganisation als in den östlichen, direkt in das Za- renreich (als sog. westliche Provinzen) eingegliederten Gebieten. Dasselbe galt für die östlichen, „polnischen“ Provinzen des Königreichs Preu- ßen (Posen, Westpreußen, Schlesien). In...

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