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Kooperation in der Schule

Eine Untersuchung der Orientierungs- und Handlungsmuster von Lehrern

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Sabine Schütt

«Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer!» – so lautet der bildungstheoretisch und bildungspolitisch formulierte Anspruch an die Lehrerschaft. Kooperation ist mittlerweile zu einem zentralen Element guter Schule erklärt. Die Praxis sieht jedoch vielerorts anders aus. Diese qualitative Untersuchung geht der Frage nach, welches Bedingungsgefüge vorhanden sein muss, damit Kooperation gelingen kann. Dazu wurden die Formen professioneller Handlungs- und Orientierungsmuster von Lehrern vor dem Hintergrund organisationsspezifischer Einflussparameter untersucht. Entstanden ist eine Typologie der Kooperationshabitus von Lehrern. Diese gibt Hinweise darauf, welch unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung und Steuerung des kooperativen Handelns von Lehrern notwendig sind.

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5 Ergebnisse der fallanalytischen Auswertung

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Gegenstand der bisherigen Analyse war die themenbezogene Querschnittsanalyse der qualitativen Lehrerinterviews entlang zentraler Kategorien. Die Auswertung erfolgte damit bisher weitgehend dekontextualisiert, d.h. die alltagsweltlichen und auch bio- graphischen Zusammenhänge und Hintergründe wurden bislang nicht im Zusammen- hang eines Falles betrachtet bzw. blieben die individuellen Zusammenhänge bislang unberücksichtigt. So sind die Ausprägungen und Merkmalsvariationen hinsichtlich einzelner Kategorien beschrieben, aber noch nicht in ihrem jeweiligen Kontext und Sinnzusammenhang analysiert und zu verstehen. An diesem Punkt setzt die folgende Analyse an. Mit Hilfe der fallbezogenen Auswertung werden die Handlungs- und Begrün- dungsmuster der Lehrer in ihrem jeweiligen institutionellen und biographischen Bezug beschrieben. Gegenstand der Analyse ist die Herausarbeitung der unterschiedlichen Varianten der Kooperationshabitus von Lehrern. Der Begriff Habitus wird in diesem Zusammenhang verstanden als die erworbene Art und Gewohnheit zu handeln bzw. sich zu verhalten. Er repräsentiert damit die eine Person leitenden Orientierungs- und Handlungsmuster in Bezug auf Kooperation40. Der Kooperationshabitus besteht nicht unabhängig vom Umfeld, gerade weil Kooperation per se eine auf Sozialität verwiese- ne Handlungsform ist, die dadurch grundsätzlich auf ein Gegenüber bezogen ist und gleichsam von diesem beeinflusst wird. Ausgehend von dieser handlungstheoretischen 40 Mit dem Begriff Habitus (lat.) wird die erworbene Haltung bzw. das „Gehabe“ einer Person ausgedrückt (vgl. Brockhaus-Enzyklopädie, 1989, S. 332). In den soziologischen Habituskonzepten im Anschluss an Bourdieu (1976) wird der Begriff zur Beschreibung verin- nerlichter, kollektiver Dispositionen verwandt, die zu Ähnlichkeiten im Handeln der Mitglieder einer Gruppe führen. Er wird in...

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