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Georg Forster, Johann Gottfried Seume, Alexander von Humboldt

Vertreter der authentischen Reportage

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Christian Preischl

Diese Arbeit zieht einen Vergleich zwischen drei Werken: Georg Forsters «Reise um die Welt», Johann Gottfried Seumes «Spaziergang nach Syrakus» und Alexander von Humboldts «Die Reise nach Südamerika». Es geht um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in diesen Reiseberichten, betreffend den Reisezielkontrast und gegensätzliche Fortbewegungsmittel. Mehrere Aspekte, wie Apodemik, Authentizität und Reportage, führen zur zentralen Forschungsfrage: Kann man Forster, Seume und Humboldt als Vorläufer des (heutigen) Journalismus sehen? Numerische Ergebnisse werden mittels Kodieranweisungen, Kategoriensystemen und Kategoriedefinitionen interpretiert. Das Resümee: Forster, Seume und Humboldt verfassten tatsächlich authentische Reportagen in Form von Reiseberichten und sind grundsätzlich als Vorläufer des (heutigen) Journalismus zu sehen.

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Vorworte der Betreuer

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1. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Duchkowitsch Anstatt sofort freudig auf die vorliegende Arbeit einzugehen, gebe ich eine Anekdote preis. In meinem vor einigen Jahren gehaltenen Impulsreferat zur Gründung der Fachgruppe „Medien- und Kommunikationsgeschichte“ innerhalb der Deutschen Ge- sellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft bediente ich mich arglis- tig folgender erdachter Geschichte, um die in unserem Fach prosperierende, um nicht zu schreiben: grassierende Ausschließlichkeit auf zeitgeschichtliche Studien konterkarierend bloß zu legen: Es findet ein junger Forscher, der sich ausschließlich der Zeitgeschichte verpflichtet sieht, im Nachlass eines Journalisten ein Foto aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, das den Journalisten mit 40 jungen und alten Menschen einer dörflichen Gemeinschaft in Festtagskleidung zeigt. Nachdem er er- kannt hat, dass die Dorfleute keine Alltagskleidung tragen, beginnt er flugs mit einer detaillierten Betrachtung des Gruppenfotos. Er grübelt, warum die Dorfleute sich just in dieser Form und nicht in einer anderen für das Gruppenfoto zusammengestellt ha- ben. Ohne zu bedenken, dass der Fotograf es war, der die Dorfleute gemäß seit al- ters her vermittelter Kriterien so und nicht anders gruppiert hat. Damals war ich ange- tan, dass einige Kollegen dieses pointiert und provokativ gemeinte Exempel schmunzelnd goutierten. Heute erachte ich diese fiktionale Geschichte nicht mehr gar so originell. Der damalige Antrieb hierfür bleibt aber aufrecht: Eine Auseinander- setzung mit Vergangenheit bleibt lose, zugespitzt: unerlöst, wenn nicht die davor lie- gende Vergangenheit in den Blick genommen wird oder wenn Wissen um vorange- gangene Phänomene nicht den eigenen Wissensvorrat f...

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