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Topographien der Begegnung

Untersuchungen zur jüngeren deutschen und polnischen Prosa der "Grenzräume</I> nach 1989

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Izabela Drozdowska-Broering

Die meisten der deutsch geprägten Nord- und Westregionen des heutigen Polens galten in der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte der beiden Nationen als ein Raum, in dem verschiedene Werte, Traditionen und kulturelle Errungenschaften aufeinandertrafen und einander durchdrangen. Nach 1989 rückten diese Regionen erneut in den Fokus der Literatur. Inwieweit führt aber die literarische Aufschlüsselung der Kulturlandschaften zu einer Begegnung mit dem Anderen? In welchem Maße entspricht sie dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Identifikation? Die Monographie bietet ein kritisches Panorama der dominanten Diskurse und Tendenzen innerhalb der deutschen und polnischen Prosa der Grenzräume. Die Darstellung wird durch eine Reihe von exklusiven Interviews mit Autoren abgerundet.

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4 Anhang: Interviews mit deutschen undpolnischen Autoren und Kulturakteuren

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202 4 Anhang: Interviews mit deutschen und polnischen Autoren und Kulturakteuren Es gibt zwei Grundansichten, wenn es um die Arbeit an Texten von zeitgenössi- schen Autoren geht: die eine besagt, man sollte bei der Analyse eines literari- schen Werkes keinen Kontakt zu dem Autor suchen, um sich von dem unter- suchten Text distanzieren zu können, was persönliche Bekanntschaft deutlich erschweren könnte. Die andere nimmt an, der Schriftsteller selbst könnte den Leser auf manchmal latente Motive in seinem Werk hinweisen, was den Text in einem anderen Licht erscheinen lässt. Dass er dem Leser eine Art Schlüssel lie- fern kann, oder, ganz prosaisch den entstehenden Metatext entweder legitimie- ren oder hinterfragen. Die letztere Möglichkeit lädt gegebenenfalls zum Nach- denken ein. Da es sich aber nicht um den Text selbst, sondern um die Reflexion des Schriftstellers über sein eigenes Werk handelt, muss die „Einladung“ nicht angenommen werden. Die Autorin der vorliegenden Arbeit hat sich entschieden, gewählte Schrift- steller zu interviewen, ohne zu meinen, dass sie sich somit für einen dieser We- ge entschieden hat, ohne also die These in Frage zu stellen, dass nicht der Autor, sondern sein Werk für sich sprechen sollte. In dem vorliegenden Protokoll der Interviews sollte also nicht einer Schulfrage, was der Autor sagen wollte, Genü- ge getan, sondern vielmehr den Hintergründen der in Texten formulierten Aus- sagen (also „was der Autor (tatsächlich) sagte“) nachgegangen werden. Darüber hinaus wurden gewählte Schriftsteller und...

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