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Ideen und Realitäten von Universitäten

Edited By Marc Fabian Buck and Marcel Kabaum

Dieser Band versammelt aktuelle Bestandsaufnahmen, historische Befunde und Kontroversen zu Universitäten und anderen higher education institutions (HEIs). Dabei wird nicht die Differenz zwischen einer Idee und deren gern konträr dargestellter Realität thematisiert – oder gar bedauert. Ideen und Realitäten steht vielmehr für die zeitliche und räumliche Diversität eines systematisch vergleichbaren Konzeptes.
Die Beiträge betrachten die jeweils spezifische Ausformung aus nationaler, kritisch-funktionaler bzw. ideengeschichtlicher Perspektive sowie ihre Funktionen, ihre (narrative) Idee oder die Kritik an Hochschulen.

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Anne Rohstock: Bologna als amerikanisches Kinddes Kalten Krieges. Westliche Universitäten zwischen institutionellem Erbe und Weltkultur, 1945–2011

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Anne Rohstock Bologna als amerikanisches Kind des Kalten Krieges. Westliche Universitäten zwischen institutionellem Erbe und Weltkultur, 1945–2011 Das Wissen um den Entstehungshintergrund des 1999 eingeleiteten Bologna- Prozesses ist heute nahezu vollständig verlorengegangen. Von Akademikern in ganz Europa vielfach beklagt und selten bejubelt, scheint die politisch forcierte Hochschulreform gleichsam über Nacht über die Universitäten ge- kommen zu sein; allenfalls erinnert man sich in der vorwiegend negativ ausgerichteten Debatte noch an die Sorbonne-Erklärung von 1998, in der die Harmonisierung des europäischen Hochschulwesens vorbereitet worden war. Weiter zurück geht das Gedächtnis der Öffentlichkeit jedoch nicht. Es sind vor allem drei Gründe, die für eine gleichsam archäologische Freilegung einer Entstehungsgeschichte des Bologna-Prozesses sprechen: Die historische Einordnung erlaubt erstens, Schwerpunkte und Zielsetzungen einer Reform gedanklich nachzuvollziehen, die vielen betroffenen Akademikern heute selt- sam fremd und wenig hochschulorientiert erscheint. Zweitens kann über die historische Grundlegung der Bologna-Reform ein gegenwärtig vorherrschen- des und unter dem Stichwort Neo-Institutionalismus diskutiertes Paradigma der empirischen Bildungsforschung kritisch überprüft werden, demzufolge der Harmonisierungsprozess des europäischen Hochschulraumes im Wesentlichen als Teil einer global zu beobachtenden Angleichung der Bildungssysteme untereinander zu sehen ist. Schließlich macht drittens die geschichtliche Kon- textualisierung der Bologna-Reform eine vorsichtige Prognose hinsichtlich ihrer Umsetzungschancen in der Zukunft möglich. Zentrale These des vorliegenden Textes ist, dass die Reform der sog. ‚Bologna-Erklärung‘, die mittlerweile 47 Staaten unterstützen und gegenwär- 199 Anne Rohstock tig umsetzen, ihre historischen Wurzeln im Kalten Krieg hat. Inhaltlich ist...

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