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Resozialisation von Jugendlichen in öffentlichen Einrichtungen

Empirische Befunde und theoretische Reflexionen

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Janine Truniger

Der Band beschäftigt sich mit der Willkür bei der Resozialisation von Jugendlichen in einer öffentlichen Einrichtung. Institutionen sind als Produkt der Kultur zu verstehen. Diesbezüglich muss die Umsetzung eines institutionellen Konzepts an seine strukturellen Grenzen stoßen. Die qualitative und quantitative Analyse der institutionellen Akten hat gezeigt, dass in der Einrichtung Lernfelder, Realitätsnähe und verlässliche Beziehungen zentrale Faktoren für gelingende Resozialisation sind. Entsprechend sollen den Jugendlichen zu einer gelingenden Resozialisation realitätsnahe Lernfelder geboten und rigide Strukturen verhindert werden. Damit Jugendliche auch nach der Institutionalisierung in der Gesellschaft bestehen können, müssen sie Eigenverantwortung für ihr Handeln übernehmen lernen und Selbstvertrauen entwickeln können.

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2 Forschung in der Heimerziehung

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38 Um sich der Thematik Resozialisation in der ANONYMA zu nähern, erscheint es sinnvoll in einem ersten Schritt Studien zu beleuchten, die sich mit der Institu- tionalisierung beschäftigt haben. In einem zweiten Schritt wird spezifisch der Forschungsstand zur Indikation und der Verbreitung der Institutionalisierung in der Schweiz ins Blickfeld gerückt, um auf diese Weise die Relevanz der vorlie- genden Studie zu beleuchten. 2.1 Forschungsüberblick zur Heimerziehung von Jugendlichen Die international vergleichende Heimerziehungsforschung befindet sich erst in den Anfängen. Einer der Hauptgründe für diesen Umstand ist, dass der Begriff Heimerziehung nicht länderübergreifend39 identisch verwendet wird und eine Abgrenzung gegenüber anderen Wohnformen oder Bereichen der Jugendhilfe daher erschwert ist. Die national unterschiedlichen Rechtslagen verfolgen ver- schiedene Indikationsgrundlagen, was beispielsweise ein Vergleich der Plat- zierungen oder der Betreuungsrelationen verunmöglicht (vgl. Trede 1996, S. 108ff.). Nicht nur geographische Differenzierungen sind bezüglich des Ver- ständnisses der Heimerziehung festzustellen, sondern auch historische Brüche. Diese sind hauptsächlich durch die Wandlungsprozesse mit den Prinzipien De- zentralisierung, Entspezialisierung, Regionalisierung und Flexibilisierung ent- standen, die sich infolge der vermehrten Kritik an der Heimerziehung herausge- bildet haben. Die somit entstandenen Ausdifferenzierungen sind mitunter ein Grund dafür, warum es heute so viele verschiedene Alternativformen zur klassi- schen Heimerziehung gibt (vgl. Gabriel 2001, S. 115). GABRIEL (2001) unterteilt die Studien zur Heimerziehung in drei thema- tisch unterschiedliche Gruppen: 1. Studien zu Traditionen, strukturellen Verän- derungen und Reformen der Heimerziehung, 2. Evaluation der Wirkung von Heimerziehung im...

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