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Resozialisation von Jugendlichen in öffentlichen Einrichtungen

Empirische Befunde und theoretische Reflexionen

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Janine Truniger

Der Band beschäftigt sich mit der Willkür bei der Resozialisation von Jugendlichen in einer öffentlichen Einrichtung. Institutionen sind als Produkt der Kultur zu verstehen. Diesbezüglich muss die Umsetzung eines institutionellen Konzepts an seine strukturellen Grenzen stoßen. Die qualitative und quantitative Analyse der institutionellen Akten hat gezeigt, dass in der Einrichtung Lernfelder, Realitätsnähe und verlässliche Beziehungen zentrale Faktoren für gelingende Resozialisation sind. Entsprechend sollen den Jugendlichen zu einer gelingenden Resozialisation realitätsnahe Lernfelder geboten und rigide Strukturen verhindert werden. Damit Jugendliche auch nach der Institutionalisierung in der Gesellschaft bestehen können, müssen sie Eigenverantwortung für ihr Handeln übernehmen lernen und Selbstvertrauen entwickeln können.

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6 Schlussfolgerungen

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6.1 Resümmierende Analyse Für Jugendliche mit Abweichendem Verhalten, die in einer öffentlichen Er- ziehungseinrichtung nacherzogen werden sollen, schreiben die Behörden auf juristischer Ebene vor, dass diese ohne Willkür und nach Treu und Glauben be- handelt werden müssen (vgl. Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenos- senschaft 2011). In der ANONYMA, einer sozialpädagogisch-psychiatrischen Einrichtung, wird dieser Bedingung bei der Resozialisation der Jugendlichen scheinbar Rechnung getragen, indem ein Menschenbild und ein Konzept formu- liert werden, die handlungsleitend sein sollen, damit Willkür möglichst ausge- schlossen werden kann. Wie die theoretische Herleitung zur Institutionalisierung gezeigt hat, sind bereits auf einer strukturellen Ebene Gegebenheiten aus- zumachen, die einen massgeblichen Einfluss auf den Alltag in der Einrichtung haben. Die Regelungen sind im Konzept festgehalten und bilden die denkstilge- prägten Überzeugungen ab, wie Resozialisation zu erreichen sei. Die Aufarbei- tung der Geschichte der Institutionalisierung in dieser Arbeit hat ergeben, dass diese Überzeugungen immer auch in Bezug mit den epochalen Ansichten gesetzt werden müssen. Somit lässt sich festhalten, dass sowohl die Form der Insti- tutionalisierung als auch die Resozialisation an sich von bestimmten Personen abhängig sind. In der vorliegenden Untersuchung wurde die ANONYMA hinsichtlich der Fragestellung untersucht, inwiefern die Umsetzung der Resozialisation als will- kürlich zu bezeichnen sei. Um eine entsprechende Analyse vorzunehmen, wur- den Hypothesen formuliert, die sich zum einen spezifisch auf das Konzept be- ziehen und zum anderen die Beurteilung der Jugendlichen ins Zentrum setzen. In Bezug auf das Konzept wird davon ausgegangen, dass sich...

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