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Textlinguistik als Querschnittsdisziplin

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Zofia Berdychowska, Zofia Bilut-Homplewicz and Beata Mikolajczyk

Die Untersuchung der Textualität und die Bestimmung von Textsorten sind bis heute die grundlegenden Forschungsbereiche der Textlinguistik. Das Untersuchungsspektrum wird aber laufend durch neue Erkenntnisse und neue methodische Zugänge erweitert. Der Band fokussiert die aktuellen Forschungsinteressen und ebenso den Erkenntnisstand der polnischen und der ausländischen germanistischen Textlinguistik. Im Mittelpunkt stehen der qualitative und der mediale Wandel sowie das Verhältnis der Textlinguistik zu anderen Disziplinen wie zur Diskursforschung. In diesem Zusammenhang gewinnt das Plädoyer für die Textlinguistik als Querschnittsdisziplin an besonderer Relevanz.

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Diskurse in der Rechtskommunikation?

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Wolfgang Heinemann Abstract In diesem Beitrag werden 2 konträre Thesen erörtert. 1. In der Rechtskommunikation gibt es keine Diskursvorkommen. 2. Alle Textvorkommen in der Rechtskommunikation sind Diskurse bzw. diskursiv geprägt. Geprüft unter diesem Generalaspekt werden Positionen von Juristen (Ansätze zu einer ju- ristischen Diskurstheorie) und von Linguisten (u.a. textlinguistische Diskurskonzepte). 1. Das Problem. Ausgangspositionen An den Anfang dieser Überlegungen zur Rechtskommunikation stelle ich zwei konträre Thesen/Hypothesen: In der Rechtskommunikation gibt es keine Diskursvorkommen. Alle Textvorkommen in der Rechtskommunikation sind Diskurse bzw. diskursiv geprägt. Diese Hypothesen sollen im folgenden Beitrag hinterfragt werden. Das Verhältnis von Texten und Diskursen steht seit den 70er-Jahren im Zentrum der Diskussion in verschiedenen Fachdisziplinen, insbesondere der Linguistik und der Sozialwissenschaften. Auf die unterschiedlichen Positionen, die in der Spezialliteratur zu diesem Kernproblem eingenommen wurden, sei an dieser Stelle nur am Rande verwiesen (vgl. dazu im Überblick Heinemann 2011 a). Vielmehr soll hier ein Spezialfall hinterfragt werden, die Frage näm- lich, ob man auch mit Bezug auf die Rechtskommunikation überhaupt von ‚Dis- kursen‘ sprechen sollte, und wenn ja, wie solche Rechtsdiskurse im Einzelnen zu charakterisieren sind. Vor dieser Erörterung erscheint es zweckmäßig, das eigene Verständnis des hier in Frage stehenden Begriffsfeldes wenigstens in nuce anzudeuten, um Missverständnisse in diesen äußerst kontrovers diskutierten Grundfragen von vornherein auf ein Minimum zu reduzieren. Texte können zwar auch - zur Realisierung spezifischer Zwecke - mit (aus- schließlichem) Bezug auf ihre Strukturierung oder ihre Inhalte/Themen erfasst und...

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