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Textlinguistik als Querschnittsdisziplin

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Zofia Berdychowska, Zofia Bilut-Homplewicz and Beata Mikolajczyk

Die Untersuchung der Textualität und die Bestimmung von Textsorten sind bis heute die grundlegenden Forschungsbereiche der Textlinguistik. Das Untersuchungsspektrum wird aber laufend durch neue Erkenntnisse und neue methodische Zugänge erweitert. Der Band fokussiert die aktuellen Forschungsinteressen und ebenso den Erkenntnisstand der polnischen und der ausländischen germanistischen Textlinguistik. Im Mittelpunkt stehen der qualitative und der mediale Wandel sowie das Verhältnis der Textlinguistik zu anderen Disziplinen wie zur Diskursforschung. In diesem Zusammenhang gewinnt das Plädoyer für die Textlinguistik als Querschnittsdisziplin an besonderer Relevanz.

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Nominalsätze am Textanfang. Ein (text-)grammatischer Beitrag

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Irmtraud Behr Abstract In diesem Aufsatz soll der spezifische Beitrag umrissen werden, den autonome Nominalsätze am Anfang von narrativen Texten leisten. Was leistet die Satzform als solche? Wie gestaltet sich der Text im Anschluss an einen initialen verblosen Satz? Textinitiale Nominalsätze füh- ren Entitäten erster und zweiter Ordnung ein oder setzen den zeitlichen oder räumlichen Rahmen. Elemente des textinitialen Nominalsatzes werden zumeist im Folgesatz wieder auf- genommen und mit diesem zu einer makropropositionalen-Äußerungseinheit (Adam 2011) verbunden; weniger häufig bilden sie mit anderen Elementen eine lockere Isotopie. Die textu- ellen Verhältnisse können als Prozesse der Informationsprogression und des Foregrounding interpretiert werden. 1. Einleitung: Nominale Textanfänge1 Textanfänge können verschieden gestaltet werden. Der erste Satz ist besonders prägnant, so z.B. der bekannte Anfangssatz von Musils Erzählung „Die Verwir- rungen des Zöglings Törless“ (1906): (1) Eine kleine Station an der Strecke, welche nach Russland führt. Eine ganze Reihe von Entscheidungen müssen vom Verfasser getroffen werden, sie betreffen die Art und Weise, wie ein Autor den Übergang vom Nicht-Text zum Text gestalten will. Drei Textanfänge aus Christa Wolfs Tagesprotokollen2 zeigen, wie z.B. die Information über die Tageszeit mit andern Informationen in Beziehung gesetzt werden kann: Ist die Tageszeit wichtig und an sich schon eine mitteilenswerte Information? Oder ist sie lediglich eine Hintergrundinformation, die v.a. dazu dient, die Hauptinformation zeitlich zu situieren? (a) Es ist neun Uhr fünfzehn, schon scheint es mir unmöglich, schreibend...

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