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Tod und Sterben in der Medizin

Eine Untersuchung zu Begriffsgeschichte und aktueller Bedeutung

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Matthias Gruber

Tod und Sterben gelten in unserer Gesellschaft immer noch als Tabu. Zum Sterben wird gerne auf Institutionen wie Krankenhaus oder Pflegeheim zurückgegriffen. Durch die Palliativmedizin und den immer stärkeren Einfluss der Hospizbewegung ändert sich mittlerweile das Bewusstsein für die letzte Phase des Lebens. Diese Studie betrachtet den Umgang mit den Begriffen Tod und Sterben in der Medizin. Auch werden die damit in Zusammenhang stehenden Begriffe Lebensqualität, Sterbehilfe und Sterbebegleitung in ihrer historischen Entwicklung thematisiert. Den Abschluss der Arbeit bildet eine ausführliche Betrachtung der historischen und aktuellen Bedingungen einer Kommunikation mit Sterbenden.

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5 Kommunikation mit Sterbenden

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Wichtige Grundlage der Beziehung zwischen Arzt und Patient ist in erster Linie das Vertrauen. Das betrifft diese Beziehung vom ersten Moment an und ist kein Privileg, das erst in besonderen, vor allem besonders ernsten Situationen zur Wir- kung gelangt. Die Ausgangsposition für das Gespräch zwischen Arzt und Patient ist in üblicher Weise, dass sich der Patient an den Arzt mit der Bitte um Hilfe wendet. Aus den Gesprächen zur Eröffnung der „Arzt-Patienten-Beziehung“ folgen Ge- spräche über Diagnostik, Besprechungen zum Therapieverlauf ggf. Überweisungen an Fachärzte, bei denen sich dieser Verlauf von Beginn an wiederholt. 5.1 Die Asymmetrie in der Arzt-Patient-Beziehung Die Interaktion in der Arzt-Patienten-Beziehung verläuft in der Regel asymmet- risch, was daran liegt, dass der Arzt als der im Verhältnis „Überlegene“ angesehen wird. Patienten, die den Arzt konsultieren, suchen Hilfe. Der Hilflose ist gegenüber demjenigen, dem er sich der Hilfe anvertraut, zunächst in der schwächeren Positi- on. Der gefühlten Hilflosigkeit steht für den Patienten eine gefühlte Allmacht des Arztes gegenüber. Das Wissen, das der Mediziner besitzt, um heilen zu können, empfindet der Patient für sich selbst als Orientierungslosigkeit, die einem Verhält- nis von Macht (des Arztes) gegen Ohnmacht (des Patienten) entspricht.376 Symmetrisch ist eine Kommunikation dann, wenn sowohl beim Adressaten als auch beim Sender über vergleichbare Informationen und über vergleichbare Chan- cen verfügt wird, ein Gespräch zu bestimmen. In der asymmetrischen Kommunika- tion sind der Informationsstand und die Chancen, die...

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