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Hansegeschichte als Regionalgeschichte

Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Winterschule in Greifswald vom 20. bis 24. Februar 2012

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Oliver Auge

Dieser Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinären und internationalen Winterschule, die vom 20. bis 24. Februar 2012 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald stattfand. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Sprachwissenschaft, Museologie und Didaktik äußern sich aus ihrer Sicht zum neuen Forschungsdesign, das Hansegeschichte regionalhistorisch begreifen und erforschen will. Außerdem stellen angehende Hanseforscherinnen und Hanseforscher ihre laufenden oder gerade abgeschlossenen Projekte vor. Der Band vermittelt so einen guten Eindruck, was Hanseforschung zurzeit ausmacht und wie künftige Perspektiven der Hanseforschung aussehen können.

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Hanse und Archäologie – Vom Konstrukt zur Vielfaltkultureller Praxen: Von Ulrich Müller

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Hanse und Archäologie – Vom Konstrukt zur Vielfalt kultureller Praxen Von Ulrich Müller Die Faszination „Hanse“, beispielsweise in der Terra X Sendung „Die Deutsche Hanse. Eine heimliche Supermacht“ inszeniert, speist sich nicht zuletzt aus den gefährlichen und gewinnträchtigen Tagfahrten der Kaufleute. Doch spätestens wenn die Kaufleute der Hanse in dickbäuchigen Koggen gewinnbringend Luxus- güter und Massenwaren transportierten und in den prosperierenden Städten [...] jemand neues die Führung [übernahm]: der Bürger, selbstständig und selbst- bewusst1, tritt die Materialität der Hanse aus dem Hintergrund. Insbesondere in Regionen oder Zeiträumen, in denen die schriftlichen und bildlichen Quellen aus- gedünnt sind oder nicht existieren, kommt der materiellen Überlieferung und ihrer Interpretation eine ganz besondere Bedeutung zu. So scheinen Funde einen unmit- telbaren, ungetrübten Blick in die sozialen und kulturellen Praxen jener städtischen Gruppen und Gemeinschaften zu ermöglichen, die als Akteure der Hanse gelten. Darüber hinaus manifestiert sich in der strukturellen wie kontextuellen Einbindung dieser Objekte als Befunde – von Gebäuden über Parzellen bis hin zur Stadtstruktur – in ganz besonderer Form das kulturelle Vermächtnis der Hanse. Anders als so manche immateriellen Erinnerungsräume und -orte ist die Hanse in den Ostsee- städten mit ihren steingewordenen Stadt-Räumen präsent und für die Besucher von „Hansestädten“ manifestiert sich „die Hanse“ in den Baustrukturen, der schein- baren Gleichförmigkeit von Straßenrastern, Dielenhäusern und den See- oder Flusshäfen.2 Im Folgenden wird es darum gehen, den...

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