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Hansegeschichte als Regionalgeschichte

Beiträge einer internationalen und interdisziplinären Winterschule in Greifswald vom 20. bis 24. Februar 2012

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Edited By Oliver Auge

Dieser Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinären und internationalen Winterschule, die vom 20. bis 24. Februar 2012 im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald stattfand. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Sprachwissenschaft, Museologie und Didaktik äußern sich aus ihrer Sicht zum neuen Forschungsdesign, das Hansegeschichte regionalhistorisch begreifen und erforschen will. Außerdem stellen angehende Hanseforscherinnen und Hanseforscher ihre laufenden oder gerade abgeschlossenen Projekte vor. Der Band vermittelt so einen guten Eindruck, was Hanseforschung zurzeit ausmacht und wie künftige Perspektiven der Hanseforschung aussehen können.

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Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum (ca. 1350–ca. 1450): Von Philipp Höhn

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Kaufmännische Konfliktaustragung im Hanseraum (ca. 1350–ca. 1450)1 Von Philipp Höhn Mittelalterlicher Fernhandel konnte ein gefährliches Geschäft sein. Wenn man die hansischen Urkundenbücher aufschlägt, so stößt man unweigerlich auf Diebstahl, See- und Strandraub, fehdeführende Ritter, die die Straßen unsicher machten, ganz zu schweigen von zahlungsunwilligen Schuldnern und rabiaten Gläubigern. Fauler Hering wurde genauso verkauft, wie gepanschter Wein, zu kurze Laken und schlechter Weizen. Neuralgische Konfliktfelder, wie der Kredit, der Seeraub oder die Rechtssicherheit des Kaufmanns in der Ferne scheinen darüber hinaus einen großen Einfluss auf die Normbildung in Privilegien und Rechtskodifikationen gehabt zu haben. Dennoch beginnt sich die Forschung mit diesen Problemen erst seit kurzem systematisch auseinanderzusetzen,2 auch wenn die exorbitanten Gewinnmöglich- keiten im Fernhandel bisweilen auf dessen Risiken zurückgeführt werden3 und im Bestehen von raumübergreifenden Stadtrechtsfamilien und der rechtlichen Ab- sicherung der Kaufleute mittels in der Ferne erworbener Privilegien wesentliche Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg der Hanse gesehen werden.4 Aus- nahmen bilden neben den Arbeiten zur spätmittelalterlichen Kaufmannsethik und den Forschungen zu den Vitalienbrüdern, die in den letzten Jahren erheblich an Fahrt aufgenommen haben, vor allem rechtshistorische Studien zu zentralen Feldern des Rechtslebens im Hanseraum.5 Aus der Perspektive der Historiker wurden Handelskonflikte dagegen als Störungen des Handelsverkehrs, oder – in der etwas altertümlichen Formulierung von Ermentrude von Ranke – als Fälle „kaufmänni- 1 Das Thema dieses Beitrags soll Gegenstand meiner Dissertation werden. In diesem Beitrag werden...

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