Show Less

Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

11 Die Entwicklungen in Militär und Provinzverwaltung

Extract

11.1 Die Entwicklungen im Militär 11.1.1 Quellen Im Zeitalter des Gallienus kam es zu bedeutenden Veränderungen auf dem Gebiet der Organisation von Militär und Verwaltung. Die einzige erzählende Quelle, abgesehen von zwei eher obskuren mittelbyzantinischen Autoren (s. u.), die über Veränderungen auf militärischem Gebiet berichtet, stellt Aurelius Victor 100 Jahre nach Gallienus dar. Bei ihm findet sich die Thematik an folgender Stelle angedeutet: Et patres quidem … stimulabat proprii ordinis contumelia, quia primus ipse metu socordiae suae, ne imperium ad optimos nobilium transferretur, senatum militia vetuit et adire exercitum.1742 Demnach hat Gallienus die Senatoren von Ämtern in der Armee ausgeschlossen. Aus dieser Textstelle entwickelte sich eine früh einsetzende und weiter anhaltende Diskussion darüber, ob und in welchem Ausmaß die von Aurelius Victor getroffenen Aussagen als zutreffend anzusehen sind und ob dabei eine systematische, vorausschauende Planung von Seiten des Gallienus vorlag.1743 1742 Aur. Vict. Caes. 33,33f. (Üs. Fuhrmann / Groß-Albenhausen 1997: „Und die Väter stachelte hierzu … die Erniedrigung des eigenen Standes an, weil Gallienus als erster in der ihm von seiner Schlaffheit eingegebenen Furcht, die Herrschaft möchte an die Besten des Adels gelangen, dem Senat den Kriegsdienst und den Besuch der Truppen verbot.“). 1743 Alföldi 1967, 228ff., sowie Christol 1981, 218ff.; ders. 1982, 146f.; ders. 1986, 45ff. (glauben beide an die Existenz und den Inhalt des von Victor überlieferten Edikts); Johne 1993, 230–234 (Gallienus verwirklichte hier behutsam im Rahmen eines unter den Severern einsetzenden Prozesses aus der Not...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.