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Schreiben in Ost und West

Ostdeutsche Autoren von Kinder- und Jugendliteratur vor und nach der Wende

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Maria Becker

Ostdeutsche Kinder- und Jugendbuchautoren waren nach der Wende gänzlich neuen Produktionsbedingungen ausgesetzt. «Der Kapitalismus muss gelernt werden ...» So formulierte es 2010 die ehemalige Cheflektorin des Kinderbuchverlags der DDR Katrin Pieper. Selbst renommierten Autorinnen und Autoren Ostdeutschlands ist dieser Lernprozess nur ansatzweise gelungen, sofern sie sich überhaupt darauf einlassen wollten. Den Strukturen des bundesdeutschen Kinder- und Jugendbuchmarkts entsprach ein Anforderungsprofil, dem die einst erfolgreichen DDR-Literaten kaum gerecht werden konnten. Im Zentrum der vorliegenden Studie steht das literarische Schaffen von sechs DDR-Autoren vor und nach der Wende von 1989/90: Christa Kożik, Wolf Spillner, Jutta Schlott, Peter Abraham, Uwe Kant und Günter Saalmann.

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5. Methodik

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5.1 Die Einzelfallanalyse Die empirische Untersuchung erfolgt durch eine Einzelfallanalyse, im Rahmen derer ausgewählte Akteure der Gruppe Kinder­ und Jugendbuchautoren als Fälle abgebildet werden. Die Einzelfallanalyse stellt innerhalb der empirischen Sozial­ forschung keine spezifische Auswertungstechnik, sondern einen speziellen For­ schungsansatz dar, dessen Besonderheit sich darin erschließt, nicht viele, son­ dern einige wenige Fälle oder einen einzigen Fall in der Tiefe zu beleuchten. Nach Lamnek stellt die Einzelfallanalyse einen speziellen „Zugang der Sozio­ logie zur Wirklichkeit“ dar (Lamnek 1995, 28). Lamnek erläutert: „Sie betrachtet die Welt jeweils unter dem Aspekt des menschlichen Handelns“ (Lamnek 1995, 28). Während die Untersuchungsobjekte innerhalb der quantitativen Forschung keinen eigenen Wert aufweisen und damit austauschbar sind, gelten sie hier als ernst zu nehmender Bestandteil, als „Fachmann für die Deutungen und Interpre­ tationen des Alltags“ (Lamnek 1995, 6). Brüsemeister bezeichnet die Entschei­ dung für eine qualitative Einzelfallanalyse vor allem dann als sinnvoll, wenn ein „Zugang zu einem wenig erforschten gesellschaftlichen Bereich“ eröffnet werden soll (Brüsemeister 2008, 56). Witzel sieht den entscheidenden Vorteil des Ver­ fahrens darin, sich „intensiver mit mehr Untersuchungsmaterial beschäftigen zu können, und dadurch nuancenreichere und komplexere Ergebnisse zu bekom­ men“ (Witzel 1982, 78). Die Rekurrierung auf verschiedene Facetten eines Falls bietet einen profunden Einblick in das Zusammenwirken vielschichtiger Abläufe mit dem Ziel, ein „ganzheitliches und damit realistisches Bild der sozialen Welt […] zeichnen“ zu können (Lamnek 2010, 273). Die Mehrzahl der innerhalb der qualitativen Sozialforschung durchgeführten Studien betrachten Personen...

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